So sieht eine mechanisierte Zustellbasis im Inneren aus. Über Förderbänder und Rutschen werden die codierten Pakete den Zustellbezirken schnell zugeordnet. - © FOTO: DEUTSCHE POST DHL
So sieht eine mechanisierte Zustellbasis im Inneren aus. Über Förderbänder und Rutschen werden die codierten Pakete den Zustellbezirken schnell zugeordnet. | © FOTO: DEUTSCHE POST DHL

Bielefeld Post rüstet in Bielefeld auf

Neues Paket-Sortierzentrum im Gespräch

Bielefeld. Alle Beteiligten halten sich noch sehr bedeckt, da die Verträge noch nicht unterschrieben sind. Doch Gerhard Bock von der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (Wege) Bielefeld ist nach einer großen Gesprächsrunde am 25. Februar zuversichtlich, dass die Deutsche Post DHL auf einem ehemaligen Mannesmann-Gelände in Brackwede eine ihrer neuen Paket-Sortieranlagen errichten wird. "Ich kenne jedenfalls kein Alternativgrundstück dieser Größenordnung im Umkreis", sagt Bock gegenüber der NW.

Zu einer solchen Aussage mag sich Rainer Erzner, Pressesprecher der Deutschen Post in Düsseldorf, nicht versteigen. Fakt sei, dass die Post im Rahmen ihres Paketkonzeptes für die Jahre 2012 bis 2015 auch nach einem etwa 16.000 Quadratmeter großen Grundstück im Großraum Bielefeld-Gütersloh Ausschau hält. Dort soll eine dringend benötigte mechanisierte Zustellbasis errichtet werden, die bestehende Paketzentren entlasten soll. Die Entscheidung sei indes noch nicht gefallen. Erzner ist es aber wichtig, einige in der Öffentlichkeit kursierende Zahlen richtigzustellen und neue Größen zu nennen.

Anzeige

750 Millionen will die Deutsche Post bis 2015 deutschlandweit investieren, um die enormen Steigerungen im Paketsektor aufzufangen – durch neue Technik, neue IT-Anwendungen und veränderte Produktionsprozesse. Dass davon 30 Millionen Euro allein in eine Zustellbasis investiert werden, sei komplett falsch. "Das kostet sie bei weitem nicht", betont Erzner, der aus Wettbewerbsgründen nicht genauer werden will. "Auch dass durch eine solche Zustellbasis 100 neue Arbeitsplätze entstehen, kann ich nicht bestätigen." Es komme hauptsächlich zu einer Verlagerung der Arbeitsplätze, da bestehende Paketzentren – es gibt bislang 33 zwischen Nordsee und Alpen – entlastet werden.

Pro Stunde werden 28.000 Pakete sortiert

"Wir stoßen allerorten an unsere Kapazitätsgrenzen", sagt Rainer Erzner. Nicht nur in der Hauptpost Gütersloh, was fälschlicherweise als Grund für die Standortsuche genannt worden sei. Seien im Jahr 2011 täglich rund 2,5 Millionen Pakete in Deutschland durch die Deutsche Post zugestellt worden – im Weihnachtsgeschäft 5 Millionen –, seien diese Zahlen im Jahr 2012 auf durchschnittlich 3 bzw. 7 Millionen Pakete gestiegen. "Und es geht weiter bergauf, insbesondere durch den Internethandel", sagt Erzner. Deshalb sei im vergangenen Jahr auch schon das Bielefelder Paketzentrum aufgerüstet worden. Konnten dort nach Erzners Worten vorher 20.000 Pakete in der Stunde sortiert werden, sind es jetzt 28.000. "Trotzdem müssen wir erneut die Kapazität erweitern." Dazu sei man Ostwestfalen-Lippe-weit auf der Suche.

Anzeige

Copyright © Neue Westfälische 2015
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Seite 1 von 2
nächste Seite
Teilen
Anzeige

Kommentare

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.

Anzeige
realisiert durch evolver group