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Wildtiere | © FOTO: DPA

Bielefeld Stadt muss über Abschuss der Muffelwildherde neu entscheiden

Urteil des Verwaltungsgerichts Minden

Bielefeld. Jetzt hat die 8. Kammer des Verwaltungsgerichts Minden das Urteil gefällt: Die Stadt Bielefeld muss über den Abschuss der im Klasing'schen Forst lebenden Muffelwildherde im Teutoburger Wald neu entscheiden. Das teilt das Gericht in einer Pressemitteilung mit.

Wie diese Zeitung berichtete, will die Klasing’sche Stiftung die Mufflons nicht mehr dulden, weil sie in deren Wald zu viele Schäden anrichten und "auch eine bestehende Zertifizierung des Waldgebietes gefährden". Derzeit umfasst die Teuto-Herde zwölf Tiere.

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"Die Beklagte habe das rechtlich geschützte Interesse der Klägerin als Waldeigentümerin an der Verhinderung weiterer Eigentumsbeeinträchtigungen durch gravierende Waldschäden nicht hinreichend berücksichtigt", heißt es in der Mitteilung des Gerichts. Sie habe verkannt, dass den gravierenden Wildschäden nicht länger nur mit einer Begrenzung des Bestandes, flankiert durch Maßnahmen wie Heufütterung oder Vergrämung des Wildes begegnet werden dürfe.

Einzelschutz der Bäume scheidet aus

Ein Einzelschutz der Bäume, dessen Anbringung die Jägerschaft angeboten habe, scheide wegen der Zertifizierung aus. Auch verbiete sich die Reduktion der Herde auf nur 8 Tiere. "Für ein artnormales Biosozialverhalten sei ein Mindestbestand von 15 Tieren erforderlich", so das Gericht in seiner Mitteilung.

Eine Verpflichtung der Beklagten zur Festsetzung des Totalabschusses für den Eigenjagdbezirk der Klägerin komme jedoch gegenwärtig nicht in Betracht. Die Klägerin sei Mitglied einer Hegegemeinschaft. Insoweit bedürfe es der Abstimmung mit den Jagdvorständen der beteiligten Jagdgenossenschaften und den Inhabern der Eigenjagdbezirke. Zudem müsse der Jagdbeirat zustimmen.

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