Bielefeld Pannen bei MoBiel

Falsche und fehlende Stadtbahn-Informationen verärgern Fahrgäste

Bielefeld. Mal zeigt die Anzeige eine falsche Ankunftszeit an, mal werden Wartende gar nicht über Ausfälle der Stadtbahnen informiert: Einige Fahrgäste fühlen sich von MoBiel im Stich gelassen. Das Unternehmen verspricht, den Fehler in der digitalen Anzeige zu beheben und erklärt, warum Informationen über Zugausfälle die Fahrgäste manchmal nicht erreichen. Eine gute Nachricht gibt es auch: Der Krankenstand der vergangenen Wochen unter den Bus- und Bahnfahrern hat sich normalisiert.

Noch vier Minuten, bis die Stadtbahn kommt, verkündet die Anzeigetafel über dem Ausgangsportal des Hauptbahnhofes. Gut zwei Minuten benötigt ein Fußgänger von dort bis zur unterirdischen Haltestelle. Dort angekommen ist die Bahn jedoch weg. Die nächste kommt laut Anzeigetafel in elf Minuten.

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"Eigentlich sollte das Problem bei der Dynamischen Fahrgast-Information", so nennen die Stadtbahn-Spezialisten die Hinweistafeln, "inzwischen behoben sein", sagt Günter Till. Er ist Leiter Infrastruktur bei MoBiel, zuständig für nahezu alles – von Gleisen bis zur Leitstelle –, nur nicht für den Fahrdienst der Verkehrsbetriebe. Vor ein paar Tagen sei die "DFI" im Bahnhof von analogem Funk auf das Handysignal GPRS umgerüstet worden. "Wir hatten immer wieder Empfangsprobleme."

Die Fahrgastinfos in den Haltestellen werden über Funk gesteuert. "In der Leitstelle können wir nicht direkt erkennen, ob sie korrekt funktionieren." So blieb unerkannt, dass die Anzeige im Hauptbahnhof offenbar gelegentlich aus dem Takt geriet. "Wenn der Funkkontakt unterbrochen ist, soll dort der Hinweis erscheinen: Bitte Fahrplan beachten." Die Bahnhofsanzeige muss sich dem aber gelegentlich widersetzt haben und stehengeblieben sein. So lassen sich die angekündigten Geisterbahnen erklären. "Wir stehen mit dem Hersteller in Kontakt", sagt Till. Ein anderes Problem wurde beseitigt. Am Adenauerplatz sei die Anzeige früher wiederholt ausgefallen. "Das geschah immer pünktlich von 11 bis 21 Uhr." Die Stadtwerker vermuteten einen Störsender als Ursache und baten die Bundesnetzagentur um Hilfe. Doch als der Kontrollwagen kam, verschwand das Störsignal. "Es hat bis heute nicht wieder dazwischengefunkt", berichtet Till.

Statt fehlerhafter Informationen erhielt Ursula Pohl am vergangenen Freitag gar keine Auskunft, als sie mit der Stadtbahn fahren wollte. "Ich habe am Johanneskrankenhaus um 18 Uhr gewartet." Doch diese kam nicht. Sie machte sich nach einer halben Stunde zu Fuß auf den Heimweg. "Die Leute haben keine Informationen bekommen, wann wieder Bahnen fahren." Ähnlich ging es Jürgen David, der am Samstagabend mit der Stadtbahn in die Innenstadt fahren wollte. Diese fiel aus, auch er vermisste Hinweise.

Dirk Oberschmidt, Geschäftsführer der MoBiel-Service-Gesellschaft, klärt auf: "Im ersten Fall fiel die Bahn wegen eines Unfalls auf dem Adenauerplatz aus." Im zweiten Fall war ein Fahrer kurzfristig krank geworden. Dass Linien wegen Personalmangels zeitweise ausfallen müssen, wie vor wenigen Wochen geschehen, stehe jedoch nicht mehr zu befürchten. "Der Krankenstand hat sich normalisiert", sagt Oberschmidt.

Dafür, dass Infos über Ausfälle die Fahrgäste nicht erreichen, hat er eine Erklärung: "Wir haben die Fahrkartenautomaten mit Lautsprechern ausgerüstet." Über diese sind jedoch keine exakten Informationen möglich, nur standardisierte Ansagen. Und die dürfen in Wohngebieten nur in einer bestimmten Lautstärke erklingen. "Es kann sein, dass Fahrgäste, die weiter entfernt standen, die Ansage nicht gehört haben." Auch im Internet fand Ursula Pohl keine Infos über Ausfälle. Hierfür nennt Oberschmidt eine weitere mögliche Ursache: "Unsere Mitarbeiter für den Onlinedienst arbeiten nicht im Schichtdienst. Darum könnten Informationen am Abend und am Wochenende online fehlen."

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