Bielefeld Exklusive Testfahrt auf der neuen A 33 im Video

Autobahnerlebnis mit nw-news.de schon vor der offiziellen Freigabe

Video: Exklusive Testfahrt 

auf der neuen A 33 - © A 33
Video: Exklusive Testfahrt
auf der neuen A 33 | © A 33

Bielefeld (nw). Langsam lässt der 60-Tonnen-Kran das Betonelement aus der Luft herabschweben. Arbeiter bringen es mit geübten Handgriffen in die richtige Position. Mit einem überdimensionalen Schraubenschlüssel wird das 7,4 Tonnen schwere Teilstück einer Lärmschutzwand an der Autobahn 33 im Bielefelder Süden fixiert. Endspurt auf der Großbaustelle, die am 16. Juni 2007 eingerichtet wurde.

Am 5. Dezember sollen das 6,4 Kilometer lange neue Teilstück der A 33 sowie ein 1,4 Kilometer langes Verbindungsstück zum Ostwestfalendamm in Bielefeld für den Verkehr freigegeben werden. Noch ist für die Arbeiter auf und neben den Fahrbahnen viel zu tun.
"Wir verfüllen hier die Dehnungsfugen", sagt Bernhard Krüger von der Firma OAT aus Celle, während er den Spalt zwischen zwei Betonelementen der Fahrbahnbegrenzung mit Vor-anstrich füllt. Sein Kollege, Bauleiter Norman Seidel, dichtet die Fugen mit heißem, bituminösem Verguss ab, wie es die Fachleute nennen.

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"Hier wird noch ein Lärmschutzwall zu Ende gebaut", erläutert Sven Johanning, Sprecher des bauausführenden Landesbetriebs Straßen NRWR, ein paar hundert Meter weiter. Der Erdwall, der in diesem Bereich die Fahrbahn von der Umgegend abtrennt, wird mit Vlies, Folie, Drainage und Geogitter abgedeckt, "damit es hält und kein Wasser eindringen kann", wie Arbeiter Sven Obrich von der Firma DuBa aus Niemegk in Brandenburg erlklärt.

Information

Fahrzeit acht Minuten kürzer

  • Eine Testfahrt der Redaktion ergab, dass die Fahrzeit zwischen Autobahn 2 und Ostwestfalendamm in Bielefeld durch die neue Strecke erheblich kürzer wird. Nach unserer Messung wird die Fahrt acht bis zehn Minuten kürzer sein als auf der jetzigen Strecke. Werktags um 8.45 Uhr dauerte die alte Strecke rund 13 Minuten. Auf der neuen Autobahn fuhren wir mit etwa 60 km/h – wegen der Bauarbeiten – in gut fünf Minuten zurück. Pendler zwischen Paderborn und Bielefeld können bei Hin- und Rückfahrt 15 bis 20 Minuten sparen. (bth)

Etwas weiter bewegt Lukas Holtkamp von der Firma Peterburs in Rheda-Wiedenbrück die Betonelemente der Lärmschutzwand, die zusehends vollständiger wird. "Die Betonteile holen wir von Eudur in Herzebrock", so Holtkamp. Weit mehr als hundert Firmen haben am Bielefelder Abschnitt der A 33 sowie der Verlängerung des Ostwestfalendamms mitgearbeitet, weiß Johanning.

"Insgesamt sind hier 1,5 Millionen Kubikmeter Boden bewegt worden", sagt Johanning. Das Erdreich stamme aus dem Raum Verl, Steinhagen und von der Großbaustelle der Bielefelder Universität. Wildschutzzäune, Markierungen, Schutzplanken und die Betonleitwände gehören zu den wichtigsten Teilprojekten, die in den Tagen bis zur Freigabe der Strecke noch zu Ende geführt werden müssen.

Vom Nutzen des insgesamt 122,4 Millionen Euro teuren Schnellstraßenabschnitts ist Johanning überzeugt. "Für Bielefeld bringt das eine ganze Menge, weil die Bundesstraße 68 im Bielefelder Süden entlastet wird und einige innerstädtische Straßen, die bisher als Schleichwege genutzt wurden." Wenn dann noch der Lückenschluss der A 33 bis Halle fertig sei, "werden Steinhagen, Halle und Borgholzhausen davon sehr profitieren", ist Johanning überzeugt.

"Es ist schön, wenn aus dem Plan auf dem Papier nun Realität wird", sagt Rainer Waldhof, Chef der Master-Straßenmeisterei in Lemgo, den wir ebenfalls auf der Baustelle treffen. "Ich durfte an den Planungen des Autobahnkreuzes etwas mitarbeiten", sagt er erklärend. Seinerzeit sei er noch im Straßenneubauamt Detmold tätig gewesen. Heute interessiert ihn insbesondere der Übergang der Autobahn 33 zur B 61, dem Ostwestfalendamm. Denn die Unterhaltung dieser Straße ist Sache der Autobahnmeisterei Halle, die zu seinem Zuständigkeitsbereich gehört. Sein Eindruck beim Blick auf die große, noch weitgehend leere Asphaltpiste: "Neu ist immer schön."

Das findet offenbar auch ein Skater, der in windschnittiger Sportkleidung seine Runden auf der Fahrbahn dreht. Ein paar Radfahrer, die einfach Interesse am Fortgang des Projekts A 33 haben, gehören für die Arbeiter schon zum gewohnten Bild. Denn eine Autobahn zu bauen ist mehr, als "nur" eine breite Fahrbahn anzulegen. 300 Schilder müssen aufgestellt werden, vier Regenrückhaltebecken gebaut und 20.100 Meter Rohrleitungen für die Entwässerung gelegt werden, um nur einige Beispiele zu nennen. Ein echtes Mammutprojekt, das nun zum Abschluss kommt.

Fahren Sie mit auf der neuen A 33: einfach das Video anklicken!

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