Wirtschaftsrats-Chef Hans-Hermann Soll, Schatzmeister Hermann Richter, Geschäftsführer Marcus Uhlig und Wirtschaftsratsmitglied David Frink (v.l.). - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Wirtschaftsrats-Chef Hans-Hermann Soll, Schatzmeister Hermann Richter, Geschäftsführer Marcus Uhlig und Wirtschaftsratsmitglied David Frink (v.l.). | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Bielefeld Arminias Schuldenberg schrumpft

Stadiongesellschaft: Die ersten Gläubiger haben Kredite in Anteile gewandelt

Bielefeld. Das Licht am Ende des Tunnels wird heller: Dem um sein finanzielles Überleben kämpfenden Fußball-Drittligisten Arminia Bielefeld ist es gelungen, seinen Schuldenberg von 27 auf jetzt 25 Millionen Euro zu reduzieren. Und das, obwohl auch in der laufenden Saison wieder zusätzliche Gelder (eine Million Euro) erforderlich waren, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.

Über die finanzielle Lage des Klubs berichteten am Freitag Arminia-Schatzmeister Professor Hermann Richter sowie Hans-Hermann Soll und David Frink vom Wirtschaftsrat des DSC. Die wichtigste Erfolgsmeldung: Die ersten Gläubiger des Drittligisten (nach Informationen der NW ist auch der Haller Modeunternehmer Gerhard Weber darunter) haben Kreditbeträge, die sie dem Klub in der Vergangenheit zum Überleben zur Verfügung gestellt haben, in Anteile an der neugegründeten Stadiongesellschaft ALM KG umgewandelt.

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Richter bezifferte die Umwandlungssumme auf 2,5 Millionen Euro. Demnach wären an der Stadiongesellschaft nun Arminia zu 90 Prozent und die bisherigen Gläubiger mit zehn Prozent beteiligt. Als nächster Schritt sollen weitere 2,5 Millionen Euro Kredite in Anteile an der ALM KG gewandelt werden. Ziel sei es, Kredite in Höhe von insgesamt 12 Millionen Euro in Stadion-Anteile umzuwandeln. Damit hätte der Drittligist seine Schuldenlast auf 15 Millionen Euro reduziert. Für die Dritte Liga, die wegen ihrer hohen Kosten und den im Vergleich dazu eher niedrigen Einnahmen auch gerne als "Pleite-Liga" bezeichnet wird, wäre ein Schuldenabbau in dieser Größenordnung außergewöhnlich.

Information
Die Stadiongesellschaft ALM

Arminia Bielefeld hat zwei Töchterfirmen gegründet, die Spielbetriebsgesellschaft Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA und die neue Stadiongesellschaft ALM GmbH & Co. KG. Der Stadiongesellschaft wurden die Schüco-Arena und das Trainingszentrum an der Friedrich-Hagemann-Straße mit allen daran hängenden Schulden übertragen. Die Satzung sieht vor, dass Arminia bis zu 49 Prozent der ALM-Anteile an Dritte vergeben kann (hauptsächlich über Kreditumwandlungen). Die Stadiongesellschaft soll künftig von einem hauptamtlichen Geschäftsführer geleitet werden. Der neue ALM-Chef, der von außen kommen werde, so Schatzmeister Hermann Richter, werde seine Tätigkeit in Kürze aufnehmen. (los)

Schatzmeister Richter sagt außerdem, dass weitere Gläubiger inzwischen auf Kreditrückzahlungen in Höhe von insgesamt rund einer Million Euro verzichtet hätten. Dabei wies er darauf hin, dass nicht nur Kreditgeber, sondern auch jeder andere Interessierte Anteile an der Stadiongesellschaft erwerben könne. Die Mindesteinzahlung liege bei 50.000 Euro.

Es hatte monatelanger Verhandlungen und Genehmigungen bedurft, um den Weg für die Umwandlung der Kredite in Stadionanteile freizumachen. Vor allem das Land NRW, das Bürgschaften für die Bankkredite beim Stadionausbau übernommen hatte, musste nicht nur die Übertragung des Stadions an den neuen Eigentümer ALM GmbH & Co. KG genehmigen, sondern muss auch jeder einzelnen Veränderung der ALM-Gesellschafterstruktur zustimmen.

Das Modell, das nun bei der Umwandlung von Krediten in ALM-Anteile praktiziert wird, sieht vor, dass die Kreditgeber Anteile als "stille Beteiligung" übertragen bekommen. Deshalb nannte Richter die Namen der neuen ALM-Gesellschafter nicht. Bei einer Dauer der Beteiligung von mindestens fünf Jahren entstünden weder für den Anteilserwerber noch für die ALM KG steuerliche Nachteile, sagte der Arminia-Schatzmeister.

Der Schatzmeister erläuterte, dass Arminia einen Drei-Jahres-Plan erstellt habe, der die Wirtschaftlichkeit des Spielbetriebs (notfalls auch drei Jahre in der Dritten Liga) sichere. Natürlich gehe die Sanierung des DSC schneller voran, wenn der Klub vorher in die Zweite Liga aufsteige.

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