BIELEFELD Joop macht schlank

Designerin präsentiert bei der Katag ihre neue Outdoor-Kollektion

VON HEIDI HAGEN-PEKDEMIR
Jette Joop bringt Ästhetik in den Alltag. Ob sie Küchen gestaltet oder Kinderkarren, fast immer trifft sie den Geschmack der Konsumenten. - © FOTO: SARAH JONEK
Jette Joop bringt Ästhetik in den Alltag. Ob sie Küchen gestaltet oder Kinderkarren, fast immer trifft sie den Geschmack der Konsumenten. | © FOTO: SARAH JONEK

Bielefeld. Wie der Vater, so die Tochter. Zeiten gab’s, da kam Wolfgang Joop regelmäßig nach Bielefeld. Das Haus Seidensticker war über Jahre Lizenzpartner des Modemachers. Tochter Jette dagegen ist mit der Katag verbandelt. Im Unternehmen an der Stralsunder Straße stellte sie gestern ihre neueste Kollektion vor, Winterkleidung für die Saison 2012/13.

Gesteppte Daunenjacken, auf den ersten Blick nicht ganz neu. Doch was der Designerin dazu eingefallen ist, unterscheidet die Kollektion von allem, was es auf dem Markt gibt. "Der eigene Bedarf stand im Vordergrund", erläuterte die 43-Jährige gestern bei den Katag-Kunden. Alles, was sie bis dahin anprobiert hatte – zu voluminös, zu kastig. "Da versuchen wir Frauen, uns mit Sport in Form zu bringen. Und wie sehen wir dann in diesen Jacken aus? Wie Mini-Michelin-Männchen", lästerte die schlanke Blonde.

Information

Gemeinsame Projekte

Die Outdoor-Kollektion ist das vierte Projekt der Katag mit Jette Joop. Die Designerin entwarf für das Modeunternehmen bereits die Kinderkollektion Jette by Staccato, die sie persönlich bei der Cheftagung 2008 den Katag-Kunden präsentierte.

Auch die Uniformen der Flugbegleiter bei Air Berlin sind wie die Ausstattung der Aida-Crew ein Gemeinschaftswerk der Designerin und der Bielefelder.

Ein fünftes Projekt ist bereits in Planung, aber noch nicht spruchreif.(ha)

Die Lösung: ein schwarzer Streifen, der sich an den Seitennähten der Kleidungsstücke entlangzieht, von der Taille bis zur Achselhöhle und entlang der Ärmelinnenseiten bis zum Handgelenk. Das setzt einen Kontrast zur Grundfarbe Beige, das bringt auch die Frau in Form. So simpel ist das.

Jette Joop lächelt und schaut von der Bühne zum Publikum, so als wolle sie fragen: "Habe ich das nicht gut gemacht?" Zuvor hatte sie im Gespräch mit der Neuen Westfälischen gesagt: "Ich bin jetzt so aufgeheizt von dieser Jacke, auch aus der Sicht einer potenziellen Kundin."

Ihr Portfolio enthält viel mehr als Mode. Ob Küche oder Kinderkarre, ob Schmuck, Parfum, Sonnenbrillen, Taschen oder Schuhe – viele Dinge des täglichen Gebrauchs tragen das Joop-Logo. Welche Sparte beschert ihr die höchsten Umsätze? Scheinbar tief versunken blättert sie in ihrem Katalog mit der aktuellen Sommerkollektion, stößt über mehrere Tonlagen ein langgezogenes "Mhmmm" aus, murmelt "bläterblätter" und äußert sich schließlich vage: "Das, was man am häufigsten sieht, das bringt auch am meisten."

Jette Joop erklärt ihren Zuhörern das Innenleben einer Jacke. - © FOTO: SARAH JONEK
Jette Joop erklärt ihren Zuhörern das Innenleben einer Jacke. | © FOTO: SARAH JONEK

Viel lieber spricht sie wieder von ihren neuen Jacken, diesem zunächst noch "kleinen und knackigen Programm", und wie sehr sie der Figur doch schmeicheln. Dies sei erst der "Teaser", so eine Art Appetithäppchen. Pullis, Cardigans und Shirts folgten später.

Als Inspirationsquelle für ihre Arbeit nutzt Joop meist, weil praktischer und bequemer als die vielen Reisen früher, das Internet. Ihre knappe Freizeit verbringt die zweifache Mutter am liebsten zu Hause. Hier versuche sie zu "entschleunigen, während es im Kopf noch rattert".

Models führten auch Sommermode aus der Katag-Kollektion Staccato vor. - © FOTO: SARAH JONEK
Models führten auch Sommermode aus der Katag-Kollektion Staccato vor. | © FOTO: SARAH JONEK

Dass sie ihre Kreativität nicht nur aus Freude an schönen Dingen einbringt, sondern damit auch wirtschaftliche Interessen verfolgt, klingt auch beim Besuch in Bielefeld erneut an. Sie lobt dabei ihren "tollen Partner Katag", mit dem es möglich ist, die Daunenjacken zu einem Verkaufspreis zwischen 179 und 299 Euro anzubieten, und sagt: "Wie richtig das alles war, werden wir sehen, wenn möglichst viele Damen im nächsten Winter in den zweifarbigen Mäntelchen auf die Straße gehen."

Bevor sie mit ihrem Mann Christian Elsen nach Berlin-Mitte zurückfährt ("Die lieben Kleinen warten"), nimmt sie ein Geschenk aus den Händen des Vorstandsmitglieds Angelika Schindler-Obenaus entgegen, eine Stola. Kommentar Joop: "Ich finde es toll, dass es mal kein Blumenstrauß ist."

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