Bethel-Schul-Chefin Barbara Manschmidt (52) setzt darauf, in einem Jahr ein eigenes Modell für eine weiterführende Schule vorstellen zu können. Eine Schule, durchlässig und mit längerem gemeinsamen Lernen – aber auch mit einem Abi in acht Jahren. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Bethel-Schul-Chefin Barbara Manschmidt (52) setzt darauf, in einem Jahr ein eigenes Modell für eine weiterführende Schule vorstellen zu können. Eine Schule, durchlässig und mit längerem gemeinsamen Lernen – aber auch mit einem Abi in acht Jahren. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

BIELEFELD "Eigenes Bethel-Schulmodell"

DAS INTERVIEW: Barbara Manschmidt, Leiterin des Stiftungsbereiches Schulen

Bielefeld. 3.140 Schüler haben die Bethel-Schulen - 1.280 auf dem Gymnasium, mehr als 1.000 auf den beiden Berufskollegs, 350 auf der Realschule. Verantwortlich für die Palette von der Schule für Schwerstmehrfachbehinderte bis zum Gymnasium ist Barbara Manschmidt - mit ihr sprach NW-Redakteur Kurt Ehmke.

Gute Arbeit, aber kaum Impulse - so urteilen viele über Ihre Schulen.
BARBARA MANSCHMIDT: Wir lassen uns Zeit für Planungen, setzen nicht schnell auf neue Pferde. Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Sekundarschule - es gibt so viele Varianten und wir überlegen in Ruhe, wo es bei uns hingehen soll. Da gehört auch immer mitgedacht, wie wir unsere Lehrer mitnehmen können.

Längeres gemeinsames Lernen und mehr Durchlässigkeit müssen doch Ihre Themen sein.
MANSCHMIDT: Natürlich - und wir versuchen auch, das noch besser hinzubekommen.

Wann?
MANSCHMIDT: Täglich. Und dann fragen Sie doch in einem Jahr noch einmal nach.

Ist notiert.
MANSCHMIDT: Eine Frage die uns bewegt, ist, wie wir Kinder nach der vierten Klasse an der Realschule einbinden können, auch wenn sie nicht ganz auf diesem Niveau unterwegs sind.

Schon heute melden viele Eltern Kinder mit Hauptschulempfehlung an Realschulen an.
MANSCHMIDT: Das ist bei uns seltener der Fall, aber diese Kinder müssen bei uns eine gute Chance haben - und haben sie auch. Wir wissen, dass wir als von Bodelschwinghsche Stiftungen in der Pflicht sind: Wir müssen in Gadderbaum auch etwas für Hauptschüler anbieten. Tatsache ist: Bei uns gilt schon heute, dass kein Kind uns verlassen muss, wir nennen das eine Kultur des Behaltens. Wer zu uns kommt und den Realschulabschluss nicht schafft, der schafft den Hauptschulabschluss. Aber das Konzept für die Zukunft ist noch nicht fertig - und wir müssen aber auch unsere Lehrer darauf vorbereiten.

Klingt so, als wäre die Gesamtschule passend.
MANSCHMIDT: Nein. Es wird ein gutes Modell geben, das aber nicht Gesamtschule heißt. Wir wollen am Abitur in acht Jahren festhalten, weil nicht alle Kinder neun Jahre brauchen.

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