Lena Meyer-Landrut gibt nach ihrem Erfolg bei "Unser Star für Oslo" ihre erste Pressekonferenz. - © FOTO: DPA
Lena Meyer-Landrut gibt nach ihrem Erfolg bei "Unser Star für Oslo" ihre erste Pressekonferenz. | © FOTO: DPA

BIELEFELD Lenas Bielefelder Wurzeln

Großvater des Oslo-Stars lebte mit seinen Eltern in der Schloßhofstraße

Bielefeld. Seit Freitag ist Lena Meyer-Landrut (18) ein junger Star. Es war der Abend, an dem die Zuschauer von "Unser Star für Oslo" sie zur Sängerin wählten, die Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten soll. Viel ist seitdem über sie geschrieben worden: zum Beispiel über ihre Schlagfertigkeit und ihre Unbekümmertheit. Manchmal wurde auch ihr Großvater erwähnt. Andreas Meyer-Landrut war viele Jahre deutscher Diplomat. Eher unbekannt: sein Abitur machte er in Bielefeld.

Andreas Meyer-Landrut wurde am 31. Mai 1929 in Reval (heute Tallinn) in Estland geboren. Als die sowjetische Rote Armee 1940 die Republik besetzte, musste die Familie ihre Heimat verlassen. Wann genau sie in Bielefeld eine neue Bleibe fanden, ist unklar. Meyer-Landrut, der zurzeit in Moskau lebt, war gestern für ein Interview nicht zu erreichen. Fest steht: 1950 machte er am Ratsgymnasium sein Abitur. Sein Zeugnis liegt dort im Archiv.

Anzeige

In einem Adressbuch von 1954 – Meyer-Landrut studierte inzwischen Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Soziologie in Göttingen und war ein Jahr als Gaststudent an der Uni in Zagreb – finden sich weitere Angaben zu ihm und seinem Vater, dem Kaufmann Bruno Meyer-Landrut. Beide waren an der Schloßhofstraße 156 gemeldet. Noch heute findet sich das Grab von Andreas Meyer-Landruts Mutter Käthe – Lenas Urgroßmutter – auf dem Friedhof in Kirchdornberg.

Andreas Meyer-Landrut zog es nach Abitur und Studium in die weite Welt. 1955 trat er als Attaché in den Auswärtigen Dienst ein. Viele Jahre arbeitete er in den deutschen Botschaften in Moskau, Tokio und Brazzaville (Kongo). Von 1989 bis 1994 war er während der Amtszeit von Richard Weizsäcker Leiter des Bundespräsidialamtes. Danach machte er Moskau zu seiner Wahlheimat. Dort war er unter anderem als Berater für deutsche Unternehmen und zuletzt auch für das Deutsch-Russische-Forum tätig, dessen Ehrenvorsitzender er ist.

Bei einer Veranstaltung des Forums in Moskau hörte er auch vom Erfolg seiner Enkelin. Erst wurde ihm die Nachricht überbracht, dass der VfL Wolfsburg gegen den russischen Vertreter Rubin Kasan das 1:1 erzielt hatte. Für Meyer-Landrut nur eine Randnotiz: "Das interessiert doch nicht. Wichtig ist Lena", rief er laut Bild-Zeitung.

Anzeige

Copyright © Neue Westfälische 2015
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Teilen
Anzeige

Kommentare

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.

Anzeige
realisiert durch evolver group