Streit ums Campus-Radio

Redaktion droht mit Ende des Sendebetriebs

VON ELMAR KRAMER

Bielefeld. Das studentische Radio der Universität Bielefeld geht schweren Zeiten entgegen. So jedenfalls sieht es die Redaktion des Campusradios Hertz 87.9. Das Team musste einen von mehreren Redaktionsräumen aufgeben, weil die Hochschule diesen anderweitig verplant hat. "Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden", sagt Chefredakteur Patrick Füngerlings. Die Uni-Leitung ihrerseits war nach Gesprächen davon ausgegangen, dass es Ersatzräume gibt.

Die studentischen Radiomacher arbeiten in Räumen im Gebäudeteil C. Dazu gehört ein großer Raum, der laut Hertz 87.9 für das CD-Archiv, PC-Schnittplätze, Lagerung technischer Geräte, Redaktionssitzungen und das Kinderprojekt Hertz junior genutzt wurde. Mitte Juli musste das Campusradio räumen. "Die gute Zusammenarbeit wurde aufgekündigt", sagt Füngerlings. Ein Ersatzraum sei nicht zur Verfügung gestellt worden.

Die Zusage, nach dem Umbau ein Drittel des alten Raumes für das Archiv wiederzubekommen, helfe nicht weiter. Füngerlings: "Sollte die Hochschulleitung nicht bis Mitte September eine zufriedenstellende Lösung finden, sind wir gezwungen, den Sendebetrieb ab 21. September einzustellen." So wie jetzt könne man nicht weiterarbeiten.

Das sieht die Universitätsleitung anders. Das Dezernat Raummanagement habe zeitnah Gespräche mit dem Vorsitzenden des Trägervereins Campusradio geführt und über die Situation informiert, erklärte Uni-Sprecher Ingo Lohuis. Der Raum müsse in Zukunft für wissenschaftliche Arbeit genutzt werden. "Hier bei uns ist keiner glücklich mit Raumproblemen", so Lohuis, der auf Umzüge in anderen Bereichen, auch in der Verwaltung hinweist. Das Dezernat sei im übrigen nach Gesprächen mit dem Radio und dem Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) davon ausgegangen, dass es eine Lösung gibt und das Thema vom Tisch ist. Die Studentenvertreter hätten einen Ersatzraum angeboten.

Ob sich die Kontrahenten bald einigen können, ist offen. Solange muss das Studentenradio sich einschränken und die Studioräume auch für Sitzungen nutzen.

    

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