Ungewöhnliche Aktion: Jugendamts-Kritikerin sucht Gleichgesinnte

Herforderin kämpft nach der Inobhutnahme ihrer Tochter gegen "Behördenwillkür" / Betroffene Eltern treffen sich am Samstag am Jahnplatz

Bielefeld. An vielen Stellen rund um die Altstadt fallen den Bielefeldern seit ein paar Tagen selbstgemachte Plakate am Straßenrand auf. Sie tragen die Überschrift: "Jugendamt, gib uns unsere Kinder zurück". Mit diesem Slogan sucht die 35-jährige Sibylle Willsch aus Herford Unterstützung "im Kampf gegen die Willkür der Jugendämter". Im vergangenen November sei der Herforderin ihre fünfjährige Tochter zu Unrecht weggenommen worden. Jetzt sucht die alleinerziehende Mutter mit einer ungewöhnlichen Plakat-Aktion Gleichgesinnte. Betroffene aus ganz Deutschland sollen bereits angekündigt haben, am Samstag den "Treff der Jugendamtsgeschädigten Eltern" auf dem Jahnplatz zu besuchen.

"Wir wollen eine Interessensgemeinschaft bilden", sagt die Frau, die hinter vielen Inobhutnahmen reine Geldschneiderei vermutet: "Heime und Pflegefamilien kassieren viel Geld. An Kinder aus wirklich schwierigen Verhältnissen trauen sich die Behörden aber gar nicht heran." Stattdessen würden sie lieber bei pflegeleichten oder behinderten Kindern Tatsachen verdrehen oder fragliche Gutachten zum vorschnellen Eingreifen nutzen.

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Durch ihre Suche auch im Internet habe sie bereits von vielen ähnlichen Fällen gehört, so Willsch - fast immer seien den Eltern im Kampf um die Kinder die Hände gebunden. "In keinem europäischen Land sind die Jugendämter so mächtig wie hier", klagt Willsch. Am kommenden Samstag, 6. Juni, um 15 Uhr lädt Sibylle Willsch zum Erfahrungs- und Informationsaustausch auf den Jahnplatz. "Jetzt wollen wir über das Ausland Druck auf die Ämter ausüben."

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