Containerbahnhof: Auf dem brachliegenden Gelände sehen (v. l.) Jens Julkowski-Keppler (Grüne), Georg Fortmeier (SPD) und Michael Gugat (Piraten) Chancen für einen Umschlagplatz, von dem aus Waren emissionsfrei in die City geliefert werden. - © Sarah Jonek
Containerbahnhof: Auf dem brachliegenden Gelände sehen (v. l.) Jens Julkowski-Keppler (Grüne), Georg Fortmeier (SPD) und Michael Gugat (Piraten) Chancen für einen Umschlagplatz, von dem aus Waren emissionsfrei in die City geliefert werden. | © Sarah Jonek

Bielefeld Brache: Der Bielefelder Containerbahnhof soll wiederbelebt werden

Die Paprika-Koalition will Zukunftspläne für den Lieferverkehr in der Innenstadt entwickeln

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Reihenweise fahren morgens Lastwagen in die City, bringen Waren, holen Bestellungen ab. Vor allem mit Dieselfahrzeugen werden Lieferungen für Geschäfte an der Bahnhofstraße, der Niedern- und Obernstraße abgewickelt. Die durch emissionsfreie Kleintransporter oder Lastenfahrräder zu ersetzen, ist das Ziel der Paprika-Koalition. Voraussetzung ist ein Umschlagplatz, an dem Waren von großen Lkw auf kleinere Fahrzeuge mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb oder auf Lastenräder umgepackt werden. "Der Containerbahnhof ist dafür ein idealer Platz, sind sich SPD-Fraktionschef Georg Fortmeier, Grünen-Fraktionssprecher Jens Julkowski-Keppler sowie Michael Gugat von der Ratsgruppe Piraten/Bürgernähe einig. Seit Jahren eine Brache Das Areal befinde sich nur 600 bis 700 Meter von der City entfernt und liege seit Jahren brach. Da ein großes Chemie-Unternehmen in unmittelbarer Nähe seine Niederlassung hat, sind auf dem Bahngelände Wohnungen oder Handel ausgeschlossen. "Außerdem stehen Gespräche zwischen Stadt und dem Eigentümer, der Bahnentwicklungsgesellschaft an. Daher wollen wir jetzt eine neue Nutzung ins Gespräch bringen", sagt Julkowski-Keppler. In der nächsten Ratssitzung möchte die Paprika-Koalition die Verwaltung beauftragen, ein Konzept für einen emissionsfreie Lieferverkehr für die City und ein Logistikzentrum auf dem Gelände des Containerbahnhofs zu erarbeiten. Lieferverkehr umstellen "Wir wollen eine Diskussion anstoßen, an der die Menschen in der Innenstadt, vor allem aber der Handel beteiligt werden müssen", sagt Georg Fortmeier. "Das wird ein längerer Beratungsprozess. Die Perspektive ist, 2025 den Lieferverkehr für die Innenstadt umzustellen." Welche emissionsfreie Technologie zum Einsatz kommen kann, welche Teile des Bahngeländes gebraucht werden, ob es die Stadt oder ein Unternehmen kaufen und wer die künftige City-Logistik betreiben soll, das lässt die Paprika-Koalition bewusst offen. Ihr Ziele hält sie für machbar und für finanzierbar. "In anderen Städten werden ähnliche Konzepte bereits erprobt. Studien zeigen, dass Lastenfahrräder ein Drittel des Lieferverkehrs übernehmen können und das es sich bei einem Drittel der heutigen Lieferfahrten in die City um Leerfahrten handelt. Daraus ergeben sich die Möglichkeiten für ein neues System", betont Michael Gugat.

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