Bielefeld/Verl Megastau: Warum die A2 neun Stunden lang gesperrt war

Aufwendige Reinigung sorgt für Verkehrschaos

Jens Reichenbach

Bielefeld/Verl. Nach der gut neunstündigen Vollsperrung der Autobahn 2 am Mittwoch zwischen dem Bielefelder Kreuz und der Anschlussstelle Gütersloh stand gestern die Kontrolle der etwa 500 Meter langen Strecke bei Verl-Sürenheide an. Wie Markus Miglietti vom Landesbetrieb "Straßen.NRW" mitteilte, konnte die Straßenbahnmeisterei am Donnerstag keine neuen Verunreinigungen auf dem Abschnitt entdecken. Am Vortag hatten dort 500 Liter Diesel aus einem Lastwagentank für enorme Probleme und zahlreiche Staus gesorgt. Doch warum hat die Reinigung so lange gedauert? "In dem Abschnitt liegt sogenannter Flüsterasphalt", so Miglietti. Weil dieser Asphalt offenporig sei, damit die Fahrgeräusche nach unten und nicht nur zur Seite drängen, konnte auch der Kraftstoff in den Asphalt eindringen. Der Diesel musste aus den Asphaltporen wieder heraus "Den Diesel wieder aus den Poren herauszubekommen, hat eine sehr aufwendige Reinigung mit einem Spezialfahrzeug nötig gemacht." Aus dem Kreis Warendorf musste eine Firma für Havariemanagement angefordert werden, die sich dann mit sehr starkem Reinigungsmittel an das Herauslösen von Diesel und Öl machte (siehe Fotostrecke). Das geschah teilweise mit Handarbeit und hat sehr lange gedauert. Wie berichtet, sorgte die lange Vollsperrung für Verkehrschaos in Lippe, Bielefeld und im Kreis Gütersloh. Wäre Diesel auf einer dichten Gussasphaltdecke ausgelaufen, hätte es ausgereicht, Bindemittel zu verteilen und dieses mit Kehrmaschinen aufzunehmen. Aus Sicherheitsgründen gilt auf dem Abschnitt vor dem Parkplatz Heideplatz seither Tempo 60. "Wir wollten noch den Regen abwarten, falls dieser noch Kraftstoff nach oben spült." Geschieht dies nicht, wird das Tempolimit am Freitag aufgehoben, so Miglietti.

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