Wie immer: Hinten ist schon wieder rot und die Fußgänger müssen auf der Verkehrsinsel an der Alfred-Bozi-Straße warten. - © Alexandra Buck
Wie immer: Hinten ist schon wieder rot und die Fußgänger müssen auf der Verkehrsinsel an der Alfred-Bozi-Straße warten. | © Alexandra Buck

Bielefeld Das ist eine der nervigsten Fußgängerampeln Bielefelds

Dass beide Fußgängerampeln gleichzeitig eine Farbe zeigen, ist die Ausnahme, manchmal warten Fußgänger bis zu fünf Minuten

Alexandra Buck

Bielefeld. So manche Ampelschaltung in der Stadt raubt den Bielefeldern den letzten Nerv. Nicht nur Autofahrer haben mit schwer nachvollziehbaren Schaltungen zu kämpfen - auch die Fußgänger wundern sich über merkwürdige Rot-Grün-Phasen. Wer zum Beispiel an der Alfred-Bozi-Straße in Höhe der Einmündung Friedenstraße die Doppel-Fußgängerampel überquert, wird nur selten an beiden Anlagen gleichzeitig grünes Licht sehen. Mitunter warten Fußgänger an der Ampel bis zu 5 Minuten, bis sie gehen können. Ein Albtraum für jeden gehetzten Arbeitnehmer auf dem Weg ins Büro. Wieso wird hinten immer rot? Wer von der Friedenstraße aus kommend die Ampel überqueren möchte, schaut auf eine hintere Ampel, die Grün zeigt, während die vordere noch auf Rot steht.  Wenn dann die vordere Ampel auf Grün wechselt und der Fußgänger die Fahrspur wechselt, zeigt die hintere wieder Rot - viele Fußgänger müssen dann auf der Verkehrsinsel warten. Und immer wieder sind genervte Kommentare zu dieser Ampelschaltung zu hören. Viele Fußgänger überqueren die Straße aus Ungeduld bei Rot. Wir haben bei Stefan Meyer, Verkehrsplaner der Stadt Bielefeld, einmal nachgefragt, warum den Fußgängern an der Stelle so viel Wartezeit zugemutet wird. Und der spricht von einem Kompromiss zu leichten Ungunsten der Fußgänger. Ziel: Grüne Welle Ziel der Verkehrsplanung ist ein möglichst fließender Verkehr in der gesamten Stadt. Stichwort Grüne Welle: Der Pkw-Fahrer soll möglichst selten anhalten. Die Grünen Wellen sind allerdings auf den beiden Fahrspuren zeitlich versetzt geschaltet. Heißt: "Die Chance, die Straße als Fußgänger in einem Rutsch zu überqueren, steht bei etwa 50 Prozent." Auch die mit bis zu fünf Minuten ungewöhnlich langen Wartephasen erklärt Stefan Meyer. Zum einen haben die Busfahrer die Möglichkeit, die Grünphase zu verlängern. Auch die Bielefelder Feuerwehr kann im Ernstfall die Grünphase ganzer Straßenzüge verlängern. "Da über den Jahnplatz täglich bis zu 20 Einsätze gefahren werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Fußgänger, der dort täglich entlang geht, regelmäßig erlebt, länger warten zu müssen." Auch kommt es vor, dass die Feuerwehr prophylaktisch ganze Straßen auf Grün schaltet, ohne, dass sie die gesamte Strecke zurücklegt. "Wenn der Fußgänger dann minutenlang wartet ohne dass ein Einsatzfahrzeug passiert, ist er natürlich vollends verwirrt", sagt Meyer. Aber im Notfall habe die Feuerwehr eben immer Vorfahrt. Lesen Sie auch: Der Ampel-Frust der Bielefelder

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