Perfekt verpackt: Torwart Stefan Ortega Moreno ist zurzeit einer der gefragtesten Profis im Team des DSC Arminia Bielefeld – hier freut sich Matthis (10) wie Bolle, dass er sein Idol getroffen hat. Sogar ein Autogramm gab es für Matthis, was will man mehr? - © Sarah Jonek
Perfekt verpackt: Torwart Stefan Ortega Moreno ist zurzeit einer der gefragtesten Profis im Team des DSC Arminia Bielefeld – hier freut sich Matthis (10) wie Bolle, dass er sein Idol getroffen hat. Sogar ein Autogramm gab es für Matthis, was will man mehr? | © Sarah Jonek

Bielefeld Arminen-Profis packen Geschenke für Fans ein

Kurt Ehmke

Bielefeld. Ja, ist denn heut’ scho’ Weihnachten? Das fragten sich viele Arminen nach dem 5:0 gegen St. Pauli – und gestern konnten sie sich das schon wieder fragen. Gleich vier Profis in bester, aufgeräumter Laune gaben im Fanshop Autogramme, quatschten mit den Fans, packten Geschenke ein. Auch sie erleben den Club der Ostwestfalen und sein Umfeld in bester Weihnachtslaune. Kapitän Julian Börner freut sich über Gespräche in der Stadt, über das Schulterklopfen allerorten – und doch weiß er das einzuordnen: „Vor sechs Monaten standen wir mit dem Rücken zur Wand und haben in Dresden das Unmögliche geschafft – da macht mich die Lage heute echt stolz." Börner sagt zu Jungs wie Nils (14), der an den Aufstieg glaubt: „Vor Weihnachten darf man träumen, aber ich weiß auch, dass das in zwei Wochen wieder ganz anders aussehen kann." Nils mag das mit dem Träumen, es gehört eben dazu zu Weihnachten. Er, der nicht im Verein kickt, aber oft draußen mit Freunden, findet vor allem Torhüter Stefan Ortega Moreno toll. „Ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich von ihm ein Autogramm will." Er bekommt es, auf gut verpackte Torwarthandschuhe.  Stolz und happy steigt er nach der vorweihnachtlichen Shopping- und Signierstunden mit seinem Vater ins Auto – und düst davon. Hinten auf dem Wagen: ein riesiger Aufkleber mit dem Schriftzug „Wir sind Ostwestfalen". Voglsammer, Staude und Ortega liegen ein wenig vorn Torhüter Ortega Moreno ist der gefragteste Mann in diesen Tagen – nicht nur bei der kleinen Weihnachtsaktion. Betty aus dem Fanshop kann das bestätigen. „Es ist nicht mehr Fabian Klos, wie früher, sondern heute verteilt sich das gleichmäßig, ein wenig vorne liegen Voglsammer, Staude und Ortega." Der kann das kaum glauben: „Was, ich?" Er grinst, sagt dann vermeintlich bierernst zu seinem Wechsel zurück zur Arminia: „Na, schlechter hätte es ja nicht laufen können." Und fügt an: „Ey, ostwestfälische Ironie!" Viele Erwachsene sind da beim Arminia-Weihnachtsmarkt – und auch einige Kinder. Einer ist Matthis (10). Er liebt die Nummer 9, hat sich einen Short gegönnt – mit Nummer. Wie alle hier jagt auch er den Autogrammen seiner Stars hinterher. Etwas anders läuft es bei Liv, ebenfalls zehn Jahre alt. Auch sie will ein Autogramm, aber nicht für sich. „Für Papa." Den will sie beschenken – zusammen mit ihrer großen Schwester. Und weil die sich zurückhält, steht Liv nun vor den Profis und will auf das beliebte Traditions-Shirt eine Unterschrift bekommen. Von wem? „Ist mir egal", flüstert sie, „ich bin ein bisschen aufgeregt und hoffe, dass einer von den vier Spielern unterschreibt." Die vier, das sind neben Ortega und Börner noch der Shootingstar der letzten Wochen, Konstantin Kerschbaumer, und Verteidiger Brian Behrendt. 40 Fans in der Schlange Sie packen Geschenke ein, und das dauert. „Haben Sie Zeit mitgebracht?", flachst Börner, aber Ortega lässt das so nicht stehen: „Die sind alle hier, weil wir das einfach besser können als sie", stellt er breit grinsend und mit Blick auf die gut 40 Fans in der Schlange klar. Die können sich von den Verpackungskünsten der Kicker ihr eigenes Bild machen – finden die Aktion aber gut. Und was wird am meisten gekauft? Betty: „Der Gartenzwerg geht super, die Weihnachtspullis auch, der Kalender sowieso." Auch der Pulli dem Co.-Trainer-Rump-Zitat vor der 6:0-Sensation im Mai gegen Braunschweig ist ein echter Renner: „25.000 sind da draußen ... und warten darauf ... dass ihr gleich explodiert!" Damit wären wir wieder bei Julian Börner – und dem Rücken an der Wand. Gerade mal ein halbes Jahr ist das erst her.

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