Symbolfoto - © dpa
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Bielefeld Falschbuchung im Bielefelder Jobcenter kostet Stadt fast 240.000 Euro

Sozialleistungen: Wirtschaftsprüfung ermöglichte Korrektur, war jedoch teuer

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Fehler bei der Verbuchung von Sozialleistungen im Jobcenter Arbeitsplus haben die Stadt in den Jahren 2013 bis 2015 rund 239.000 Euro gekostet. Das Problem, das durch Anwendungsfehler mit einer Spezialsoftware entstanden war, fiel erst im letzten Jahr auf. Aber nur 148.792 bekommt die Stadt zurück. Wie Sozialdezernent Ingo Nürnberger am Abend im Finanzausschuss berichtete, waren sogenannte „laufende Kosten der Unterkunft" als „einmalige Bedarfe" registriert worden. Folge: Die Kosten der Unterkunft, an denen sich der Bund beteiligt, wurden nicht korrekt abgerechnet. Der Bund erstattetet der Stadt daher insgesamt 175.346 Euro zu wenig. Die Summe wurde jetzt nachträglich geltend gemacht und vom Bund erstattet. Wirtschaftsprüfer hatten Fehler entdeckt Darüber hinaus, so Nürnberger, waren Tilgungen von Darlehen an Sozialleistungsempfänger zu Ungunsten der Stadt falsch verbucht worden. Auch dadurch entstanden der Stadt höhere Kosten. Der Fehler sei geringer als erwartet gewesen, so der Dezernent. Immerhin: „Durch die Korrektur für die Jahre 2013 bis 2015 werden die kommunalen Sozialleistungen für dieses Jahr um 63.446 Euro verringert." Um den Fehlern auf die Spur zu kommen, hatte die Stadt das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Rödl & Partner beauftragt. Das stellte seine Dienste mit 90.000 Euro in Rechnung. „Unter dem Strich führt die Berichtigung daher zu einer Haushaltsentlastung von 148.792 Euro", berichtete Nürnberger. Ob entsprechende Buchungsvorgänge im Jobcenter auch für die Jahre 2016 und 2017 geprüft werden, wird derzeit in der Verwaltung abgewogen. Nürnberger: „2016 wurde eine andere Software eingeführt, die deutlich weniger fehleranfällig ist. Wir müssen noch abschätzen, ob eine weitere Prüfung den Aufwand wirtschaftlich lohnt."

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