Verschmitzt: Leonard Lansink in der Rolle des Wilsberg vor seinem Antiquariat in Münster. Zu Lesungen und Autogrammstunden war der Schauspieler schon häufiger in Bielefeld und in der Region. - © ZDF/Thomas Kost
Verschmitzt: Leonard Lansink in der Rolle des Wilsberg vor seinem Antiquariat in Münster. Zu Lesungen und Autogrammstunden war der Schauspieler schon häufiger in Bielefeld und in der Region. | © ZDF/Thomas Kost

Bielefeld Kurios: In jedem Wilsberg-Krimi wird Bielefeld erwähnt

Im Film vom vergangenen Samstag kamen Sehenswürdigkeiten wie die Sparrenburg und der Tierpark Olderdissen in den Dialogen vor

Heidi Hagen-Pekdemir

Bielefeld. Ein Wilsberg-Krimi ohne Anspielung auf Bielefeld - undenkbar. 17 von insgesamt 60 Folgen hat der ZDF-Redakteur Martin R. Neumann, ein Bielefelder, seit 2001 begleitet. Während der Dreharbeiten kümmert er sich auch darum, dass in jedem dieser Streifen seine Heimatstadt erwähnt wird. Lokale Sehenswürdigkeiten wie der Tierpark Olderdissen, der Eiserne Anton und die Sparrenburg hat Leonard Lansink in seiner Rolle als Münsteraner Archivar Wilsberg allein in der jüngsten Folge aufgezählt. Fans lieben deswegen die Serie. Wer sich nicht gut auskennt, nennt es Bielefeld-Krimi Neumann (60), Abiturient des Ratsgymnasiums, hat auch diese Hinweise eingebaut. "Irgendwann entwickelten sich die Bielefeld-Anspielungen zum Running Gag der Krimi-Reihe", erzählt er. Sorgen, dass ihm eines Tages die Ideen ausgehen könnten? "Nö, wir Ostwestfalen haben doch Humor. Uns wird immer wieder etwas einfallen", antwortet er. Dass künftig ausschließlich Bielefelder Sehenswürdigkeiten erwähnt werden, bezweifelt er allerdings. "Da wird sich wohl bald etwas ändern." Schmunzeln musste Neumann, als ihn im vergangenen Urlaub jemand auf die Wilsberg-Serie ansprach und die als "Bielefeld-Krimi" bezeichnete. Anspielungen auf die Verschwörungstheorie allerdings, auf Bielefeld als Stadt, die es nicht gibt, findet er inzwischen nur noch furchtbar. "Das bringt doch nichts." Vier neue Münster-Krimis strahlt das ZDF pro Jahr aus, in diesem Jahr sind es sogar fünf. Die jeweils aktuelle Version können die Fans schon vor dem TV-Sendetermin in einem Kino in Münster sehen. Einmal war das auch in Bielefeld der Fall. Die Wilsberg-Episode mit dem Titel "Die Bielefeld-Verschwörung" lief vor ihrem Sendetermin schon zwei Tage vorher im Cinestar. Leonard Lansink, der Hauptdarsteller, war an diesem 16. Februar 2012 selbst dabei und gab Autogramme. Es ist bei diesem einen Mal geblieben. "Irgendwie hat das damals nicht so funktioniert", erinnert sich Neumann an den Beitrag Aktuell laufen die Dreharbeiten für zwei Episoden, im Frühjahr folgen dann die Aufnahmen für zwei weitere. "Die Einschaltquoten sind jedes Mal klasse. Ich bin richtig stolz", sagt Neumann. "Alle Jahre wieder" heißt der Wilsberg-Beitrag für den 23. Dezember, ein Krimi ohne Leiche mit einer Sonderlänge von 105 Minuten. Zwei Wochen später, am 6. Januar, ist dann "Morderney" an der Reihe. Gedreht wurde, wie schon der Titel nahelegt, auf der ostfriesischen Urlaubsinsel Norderney. Nach Bielefeld, zum Besuch seiner Schwester reist Martin Neumann immer noch regelmäßig. "Ich bin eben gern Ostwestfale", beteuert er von seinem Schreibtisch beim ZDF in Mainz aus.

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