Weihnachten kann kommen: Gemeinsam mit Sven Bartel und dessen Kollegen füllten die Kinder vom Haus "Spielen mit Kindern" die Wunschzettel aus. Viele der Kinder kommen aus einkommensschwachen Familien. - © Foto: Wolfgang Rudolf
Weihnachten kann kommen: Gemeinsam mit Sven Bartel und dessen Kollegen füllten die Kinder vom Haus "Spielen mit Kindern" die Wunschzettel aus. Viele der Kinder kommen aus einkommensschwachen Familien. | © Foto: Wolfgang Rudolf

Bielefeld Paket mit Herz: "Viele Kinder kennen es gar nicht, sich etwas wünschen zu dürfen"

NW-Aktion: Ab heute gibt es wieder Wunschzettel in unseren Geschäftsstellen - Damit Weihnachten nicht ausfallen muss

Alexander Lange

Bielefeld. Lego-Bausteine, eine warme Mütze oder eine kleine Puppe. „Meistens ist es nicht viel, was sich die Kids wünschen“, erzählt Sven Bartel vom Haus „Spielen mit Kindern“ in der Bielefelder Teichstraße. Zum zweiten Mal sind Sven Bartel und seine Betreuerkollegen bei der NW-Aktion „Paket mit Herz“ dabei. Die leuchtenden Augen, wenn die Kinder ihre Pakete öffnen, seien auch für Bartel immer wieder ein Geschenk: „Als wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal teilgenommen haben, war bei den Kindern am Anfang viel Skepsis“, erinnert sich Bartel: „Sie fragten, wer genau das denn sei, der da schenkt und wieso sie sich etwas wünschen können.“ Als dann aber in der Vorweihnachtszeit nach und nach die Geschenke bei „Spielen mit Kindern“ ankamen, die NW-Leser die Pakete teilweise selber abgaben oder mit kleinen Briefen und Widmungen versahen, sei die anfängliche Unsicherheit in große Freude übergegangen: „Da hast du einfach gemerkt, dass die Kinder total überrascht waren und eigentlich gar nicht damit gerechnet hatten, dass da jemand Fremdes ist, der ihnen einfach ihre Wünsche erfüllt.“"Bei manchen Kindern musste Weihnachten leider ausfallen" In diesem Jahr sind es 30 Wünsche, die die NW-Leser den acht bis zwölfjährigen Kindern erfüllen. „Am Anfang, sobald wir die noch leeren Wunschzettel haben, versuchen wir immer, mit den Kindern ins persönliche Gespräch zu kommen“, so Sven Bartel von „Spielen mit Kindern“: „Dann fragen wir, was sie sich überhaupt wünschen oder wovon sie immer schon geträumt haben.“ Die Reaktionen seien immer wieder unterschiedlich: „Viele Kinder kennen es gar nicht, sich etwas wünschen zu dürfen. Bei vielen fällt Weihnachten kleiner aus, manche sagen sogar, sie hätten sich noch nie etwas gewünscht und dass bei ihnen Weihnachten leider ausfallen muss.“ Denn die Kinder, die das Haus „Spielen mit Kindern“ an den Nachmittagen besuchen, kommen häufig aus einkommensschwachen Familien, ihre Mütter sind alleinerziehend oder sie sind ganz neu in Deutschland. „Dafür ist die Aktion der NW natürlich eine tolle Sache, um diese kleinen Wünsche zu erfüllen. Denn hinter dem, was wir häufig als Kleinigkeiten verstehen, stecken große Wünsche der Kids.“ Lego-Spielzeuge, Technik oder Klamotten seien auch in diesem Jahr wieder auf vielen Wunschzetteln vertreten, so Sven Bartel.Herzenswunsch: Eine Drohne Auch eine Drohne sei dabei: „Wir haben mit dem Jungen gesprochen und er sagte mit großen Augen, er bräuchte die Drohne unbedingt“, erinnert sich Bartel: „Seit vier Jahren wünscht er sich die Drohne, hat sogar extra einen kleinen Text auf seinen Wunschzettel geschrieben.“ Dass eine Drohne den Preis-Rahmen von etwa 15 Euro überschreite, war Sven Bartel von Anfang an bewusst. Aber er erzählt lachend: „Der Junge war von diesem Wunsch einfach nicht abzubringen.“ Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als die Geschenke nach und nach an die Kinder verteilt wurden, soll es nun eine Art Adventskalender im Haus geben, wo die Kinder bis Weihnachten ihre Pakete öffnen dürfen. Sven Bartel: „Hier im Haus sind einfach alle mit Feuer und Flamme dabei. Einfach, weil es um die Kids geht und weil die NW-Leser mit ihren Geschenken hier große Freude verbreiten.“

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