Unter gekrümmtem Dach: Die besondere Form gibt den Räumen der Musik- und Kunstschule Charme. Architekt Jörn Börner und Projektleiterin Sabine Doser versuchen, bei der Sanierung den Originalzustand so weit wie möglich wieder herzustellen. - © Sarah Jonek
Unter gekrümmtem Dach: Die besondere Form gibt den Räumen der Musik- und Kunstschule Charme. Architekt Jörn Börner und Projektleiterin Sabine Doser versuchen, bei der Sanierung den Originalzustand so weit wie möglich wieder herzustellen. | © Sarah Jonek

Bielefeld So schick wird die Musik- und Kunstschule in Bielefeld

Joachim Uthmann

Bielefeld. Die Jugendstil-Architektur der Kunst- und Musikschule am Sparrenberg gehört zu den markanten Gebäuden der Stadt. Derzeit ist die braune Fassade durch ein Gerüst verhüllt. Denn die Stadt lässt das Denkmal unterhalb der Burg für 1,8 Millionen Euro sanieren, auch um den Energieverbrauch zu senken. Der Schulbetrieb läuft im Erdgeschoss und in den Nebengebäuden zum Teil weiter. 600 der rund 6.000 Schüler der MuKu mussten allerdings zu Beginn der Sommerferien in das Ausweichquartier des leerstehenden Handwerkerbildungszentrums am Kleiberweg umziehen. Die Räume wurden provisorisch aufgemöbelt, damit es eine etwas bessere Akustik für die Musiker gibt, erklärte Projektleiterin Sabine Doser vom Immobilienservicebetrieb der Stadt. Die Schüler in der MuKu müssen sich mit dem Lärm der Bauarbeiten abfinden. "Da müssen alle Kompromisse machen", sagt Leiter Johannes Strzyzewski, "das fällt schon manchmal schwer. Da ballen Lehrer und Schüler mal die Faust in der Tasche". Doch die Sanierung des 1907 als staatlich-städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule errichteten Baus ist vor allem wegen des hohen Energieverbrauchs wichtig. Dafür fließen auch Fördermittel. Bereits 2015 und 2016 ließ die Stadt die Rondiste innen und außen sanieren, Fenster erneuern und einen innenliegenden Sonnenschutz einbauen. Im Erdgeschoss der MuKu liegt ein neuer Terrazzo-Bodenbelag in den Fluren. Der zweite Bauabschnitt begann jetzt mit der Sanierung des Gebäudesockels, der feucht war und neu abgedichtet werden musste. Dazu wurden Regenwasser-Entwässerungsleitungen verlegt. Neu eingedeckt und gedämmt wird das auffällige Dach. An der Außenfassade werden Risse verschlossen und sie wird gesäubert. Eine Herausforderung ist das Auswechseln der großen Atelierfenster im gekrümmten Dach, das das Obergeschoss umspannt. Hier waren bei späteren Renovierungen (zuletzt in den 1980er-Jahren) teils die alten Öffnungen verkleinert worden, um bei den Fenstern zu sparen. "Wir versuchen jetzt, den Originalzustand wieder herzustellen", betonten Doser und Architekt Jörg Börner vom Büro Brewitt. Dafür werden die Öffnungen wieder vergrößert. Problem beim Entwurf für die Sanierung sei gewesen, dass die Ursprungspläne nicht mehr zu finden waren. Doch in Weimar gibt es vom selben Architekten ein ebenfalls für eine Kunstgewerbeschule errichtetes Gebäude mit einer ähnlichen Architektur. Das diente für die MuKu-Sanierung als Vorbild, so Doser. Neue Installationen für Elektro, Lüftung, Beleuchtung und Akustik sorgen für moderne Technik. Im Herbst 2018 soll die Sanierung fertig sein. Parallel laufen derzeit Pläne und Beratungen über eine Terrasse für das kleinen Café, das die Falken in einem früheren Archivraum der MuKu betreiben. Der ISB plant hier, auch eine Verbindung zum öffentlichen Fußweg nach Gadderbaum anzulegen. Für das Café werden aber auch zusätzliche Stellplätze verlangt. Dafür sollte der Parkplatz verlängert werden. Doch die Bestandspläne waren ungenau, schreibt das Schuldezernat in einer Vorlage, so dass Bäume hätten gefällt werden müssen. Deshalb schlägt es jetzt vor, schräg zur Zufahrt unterhalb des Nebengebäudes fünf Stellplätze neu anzulegen. Diese und der Weg zur Terrasse könnten über Ausbildungsprojekte des Umweltbetriebs für je 2.500 Euro umgesetzt werden. Die Pläne werden am 22. November im Kulturausschuss, am 23. November in den Bezirksvertretungen Mitte und Gadderbaum beraten.

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