Florian Haizmann (l.) und Jan-Philipp Schwirtz laden ein. Das Motto prangt auf dem Werbeplakat: "No Talk, all Action" - also zude deutsch quasi "Anpacken statt herumreden". - © Barbara Franke
Florian Haizmann (l.) und Jan-Philipp Schwirtz laden ein. Das Motto prangt auf dem Werbeplakat: "No Talk, all Action" - also zude deutsch quasi "Anpacken statt herumreden". | © Barbara Franke

Bielefeld Startup Weekend: Ideen-Wettbewerb für junge Gründer steigt in Bielefeld

In der alten Stadtbibliothek, dem geplanten „Haus der Wissenschaft“, präsentieren sich Teilnehmer von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. November / Anmeldungen noch möglich

Dennis Rother

Bielefeld. Unternehmen zu gründen, ist in Deutschland wieder im Trend. Fernsehsendungen wie „Die Höhle der Löwen", wo Teilnehmer vor Investoren ihre Geschäftsideen vorstellen, erreichen Rekordquoten. Berlin, Hamburg, München – das sind die Gründer-Hochburgen. Bielefeld ist kleiner, logisch. Aber laut Experten hat die Szene auch im Vergleich mit ähnlich großen Städten noch Nachholbedarf. Das zu ändern, hat sich nicht nur die Founder Foundation vorgenommen, sondern daran werkeln auch Florian Haizmann und Jan-Philipp Schwirtz (s.  Infokasten unten). Die beiden veranstalten mit drei weiteren Mitstreitern von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. November, die zweite Auflage des „Startup Weekends". Noch kann man sich anmelden. Dabei geht es in der alten Stadtbibliothek – das geplante „Haus der Wissenschaft" – in erster Linie um einen wirtschaftlichen Wettbewerb. Teilnehmer „pitchen" Geschäftsideen auf einer Bühne. Das heißt, dass sie mit Argumenten und Enthusiasmus gleichermaßen das Publikum von ihren Gedankenspielen überzeugen müssen. Arbeit in Teams „Dann wird abgestimmt und alle Teilnehmer, also die auf der Bühne und die davor, schließen sich in Teams zusammen", sagt Florian Haizmann. Gemeinsam werde an den Ideen getüftelt und geschliffen, ganze Gründungskonzepte sollen entstehen. Ob es für die Ideen auch Kunden gibt, das testen die Teams am Samstag quasi im Feldversuch: Sie machen Marktforschung in der City. Laut Jan-Philipp Schwirtz sind Teilnehmer im Vorjahr vom Veranstaltungsort Ratsgymnasium etwa zu groß angelegten Umfragen in die Fußgängerzone gestartet. Ein Team habe zudem für eine geplante Handy-Applikation Partygänger als Zielgruppe auserkoren. „Die App-Idee haben sie nachts Diskogängern erklärt", so Schwirtz. Wohlgemerkt: Mehr als Ideen sind es erstmal nicht. Im Wettbewerb gehe es aber auch nicht um’s „Bauen von fertigen Unternehmen", die sich prompt auf die Suche nach Geldgebern machen, ergänzt Florian Haizmann. Und sowieso: Miteinander statt scharfe Konkurrenz, das sei ein Motto. „Wir wollen Menschen aus unterschiedlichen Berufen vernetzen." Präsentation auf der Bühne Denn für funktionierende Start-ups brauche es neben Lenkern auch Technik-Tüftler, kreative Design-Entwickler oder Marketing-Fachleute. „Niemand kann das alles alleine", sagen die Organisatoren. Präsentiert wird das Endprodukt mit allmöglichen visuellen Hilfsmitteln beim großen Finale am Sonntag. Die Macher erwarten rund 120 Gäste. Die Bewertung übernimmt eine Jury, zu der Dominik Gross gehört, der Mitgründer der Founders Foundation. „Die Sieger bekommen Pokale", kündigt Florian Haizmann an. Wie die Teams sich langfristig in der Praxis schlagen – und ob sie überhaupt beisammen bleiben – das müsse sich noch zeigen. „Wir bieten den ersten Realitäts-Check. Das nützt sogar denen, deren Ideen sich am Freitag beim Startschuss gar nicht erst durchsetzen." Frühzeitig von Gleichgesinnten ungeschminkt zu hören zu bekommen, dass man doch bitte noch weiterfeilen sollte, sei schließlich auch Hilfe. „Sonst programmiert man womöglich monatelang an einer Software und alles war umsonst." Wie's beim Startup Weekend so aussieht? Hier gibt's einige Einblicke in der Rück- und Vorschau:

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