Die Bosseschule in Bielefeld. - © Sarah Jonek
Die Bosseschule in Bielefeld. | © Sarah Jonek

Bielefeld Verwaltung sucht Gespräch mit Eltern an der Bosseschule

Ratsbeschluss: Die Realschule bleibt erhalten. FDP kritisiert Schuldezernent Udo Witthaus

Ariane Mönikes

Bielefeld. Die Bosseschule ist jetzt am Zug: Seit der Ratssitzung am Mittwochabend ist klar, die Realschule wird erstmal weiterbetrieben. Schulamtsleiter Georg Müller will nun das Gespräch mit Schulleitung und Schulpflegschaft suchen. Die Bosseschule hatte zuletzt nicht genügend Anmeldungen, um aus eigener Kraft einen zweizügigen Schulbetrieb herzustellen. Erst in der zweiten Rutsche wurde die Mindestschülerzahl erreicht. Laut Schulamtsleiter Müller müsse jetzt auch diskutiert werden, ob es ein vorgezogenes Anmeldeverfahren für die Realschulen in Bielefeld geben wird. Das nämlich hatten die Realschulen gefordert. Es hatte in der Sitzungspause des Rates lange Diskussionen über die Nachtragsvorlage, die Entscheidung für ein Jahr zurückzustellen, gegeben. Fraktionen und Gruppen einigten sich schließlich darauf, dass sich der Rat nicht zur Auflösung der Bosseschule verhalte und die Realschule erst einmal weiterbetrieben werde. "Die Schule muss nun zeigen, dass all die positiven Aspekte, die in der Stellungnahme der Schulkonferenz für den Weiterbetrieb geltend gemacht wurden, die Eltern bei der Anwahl der Schule in größerer Anzahl als bisher überzeugen", sagt Müller. Nach Auffassung der FDP ist Schuldezernent Udo Witthaus Opfer des eigenen Starrsinns geworden. Die hektische zweimalige Änderung der Beschlussvorlage zur Sekundarschulgründung zeige, dass die Schulpolitik in Bielefeld handwerklich schlecht gemacht sei. "Wir brauchen jeden Realschulplatz. Daher war das Vorgehen der Verwaltung gegen die Bosseschule von Anfang an unsinnig", so FDP-Chef Jan Maik Schlifter. "Bielefelds Schulen brauchen endlich einen Dezernenten, der sich für alle Schulformen einsetzt und die anstehenden Aufgaben in der gesamten Stadt angeht", sagt Schlifter. Die FDP will im Schulausschuss Verbesserungen für die Bosseschule beantragen. "Rot-Grün steht jetzt in der Pflicht, den Imageschaden für die Schule, den sie durch diese unsinnige Diskussion verursacht hat, zu reparieren."

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