Problem: Auf der Schildescher Straße teilen sich Bahn und Autoverkehr auf 400 Meter Länge die Straße. In den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend hängen die Bahnen der Linie 1 im Autostau fest. Verspätungen und Bahnausfälle sind die Folge. - © Christian Weische
Problem: Auf der Schildescher Straße teilen sich Bahn und Autoverkehr auf 400 Meter Länge die Straße. In den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend hängen die Bahnen der Linie 1 im Autostau fest. Verspätungen und Bahnausfälle sind die Folge. | © Christian Weische

Bielefeld Vorfahrt für Linie 1: Schildescher Straße wird für den Autoverkehr gesperrt

MoBiel hofft, dass somit die Bahnen pünktlicher fahren

Jürgen Mahncke

Bielefeld. Jetzt wird es ganz eng für Autofahrer, die morgens aus Richtung Schildesche ins Zentrum wollen und abends die gleiche Strecke zurückfahren. Ab Montagmorgen darf die Schildescher Straße zwischen Beckhausstraße und Sudbrackstraße nur noch von Anliegern befahren werden. Autofahrer, die bisher die Schildescher Straße nutzten, weil die Beckhausstraße wegen Bauarbeiten gesperrt ist, können jetzt nur noch über die Stadtheider Straße oder Schillerstraße die Innenstadt erreichen. Die Verkehrsbetriebe MoBiel waren auf die Stadt zugegangen und hatten sich über für sie untragbare Zustände auf der Schildescher Straße beklagt. "Die Beschwerden von Kunden, die sich über große Verspätungen und Ausfälle der Linie 1 zwischen Schildesche und Senne beschwerten, wurden in den letzten Tagen immer massiver", sagt Kai-Uwe Steinbrecher von MoBiel. Bahnen steckten ständig fest "Unsere Bahnen stecken jeden Morgen und Abend zu den Verkehrsstoßzeiten in dem langen Autostau auf der Schildescher Straße. Wir mussten reagieren." Ab der Haltestelle Johannesstift verlässt die Linie 1 ihren eigenen Gleiskörper und quälte sich bisher 400 Metern gemeinsam mit den Autos über die vollkommen verstopfte Straße. "Bis zu 15 Minuten brauchten wir für die kurze Strecke, der Fahrplan des gesamten Stadtbahnnetzes geriet dadurch aus dem Takt", schildert Steinbrecher die misslichen Zustände. "Unsere Fahrer konnten keine vorgeschriebenen Pausen mehr machen, wir mussten mehr Personal besorgen, zusätzliche Bahnen einsetzen und zu allem Übel wurden Anschlüsse für Busse teilweise nicht mehr erreicht." Erst mal testweise Die Stadt habe die Probleme von MoBiel erkannt, die Botschaft sei angekommen. "Wir sehen uns in der Pflicht und steuern jetzt zugunsten des Schienenverkehrs nach", sagt Hans Martin, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehr. Ob sich das Problem bei der Stadtbahnlinie 1 durch das Durchfahrtsverbot auf der Schildescher Straße so lösen lasse, müsse ab Montagmorgen getestet werden. Die verkehrsrechtliche Anordnung, nur noch Anliegerverkehr zuzulassen, sei inzwischen von der Stadt erteilt worden. Um Autofahrer von der verkehrswidrigen Durchfahrt der Schildescher Straße abzuhalten, soll bis zum Wochenanfang die Spur auf der Beckhausstraße, die rechts auf die Schildesche Straße hinführt gesperrt werden. Bußgelder drohen Der Verkehrsstrom wird so nach links geleitet, um dann an der Ampel in die Stadtheider Straße abfließen zu können. Da ab Montag Schulferien sind, hofft Hans Martin auf geringeres Verkehrsaufkommen, was die Staus anbelangt. Im Mai sollen die Arbeiten an der Beckhausstraße beendet sein, dann soll auch die Sperrung der Schildescher Straße wieder aufgehoben werden. Wer bis dahin trotzdem fährt und erwischt wird, muss mit 10 Euro Bußgeld rechnen.

realisiert durch evolver group