Malte Voß hat bei den Deutschen Meisterschaften den zweiten Platz belegt. Er beherrscht das Spiel mit dem Jo-Jo. - © Oliver Krato
Malte Voß hat bei den Deutschen Meisterschaften den zweiten Platz belegt. Er beherrscht das Spiel mit dem Jo-Jo. | © Oliver Krato

Bielefeld Bielefelder belegt bei Deutschen Meisterschaften im Jo-Jo den zweiten Platz

Malte Voß spielt Jo-Jo – und das mit großem Erfolg. Gerade ist der 22-Jährige zweiter bei den Deutschen Meisterschaften geworden. Er will aber noch weiterkommen

Alexander Thron

Bielefeld. Es war im Urlaub auf Mallorca, als Malte Voß seinen Freund beim Diabolo-Spielen beobachtete. Dadurch inspiriert, wollte er sich zu Hause ein Diabolo-Set kaufen, aber es fehlten ganze sechs Euro. Also kaufte sich der heute 22-Jährige das günstigere Jo-Jo-Spiel. Eine gute Alternative, wie sich später herausstellte. 2010 belegte Voß den ersten Platz bei der deutschen Meisterschaft der Junioren. Sechs Jahre ist das jetzt her, heute ist der Bielefelder Deutscher Vize-Meister im Jo-Jo-Spiel. Es ist sein dritter großer Erfolg, denn Voß war sogar schon zwei Mal Deutscher Meister, 2015 und 2016. In diesem Jahr musste er sich einem guten Freund geschlagen geben. „Wir kennen uns schon lange, ich gönne ihm den Titel", sagt Voß. Aber er ist angriffslustig, will den Rang noch mal nach Bielefeld holen, sagt er. Erfolgreich ist er in der Kategorie 1A, heißt: Er spielt mit einem Jo-Jo. Die Deutschen Meisterschaften sind für ihn immer ein großes Erlebnis: Auch jetzt in Leipzig überzeugten die Spieler mit beeindruckenden Tricks und Kniffen das Publikum und die Jury von ihrem Können. Dabei kommt’s natürlich auf eine gute Show an, sagt Voß. Performance sei nötig, nicht unbedingt die Technik. „Ich bin zwar technisch versiert, aber das Publikum wird eher von der Performance angesprochen", erklärt er. Die großen nationalen Erfolge haben ihn angespornt, auch international durchzustarten. Bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2014 belegte er immerhin schon den Platz 80 und den neunten bei den French Open in Paris, der französischen Jo-Jo-Meisterschaft, im Jahr 2015. „Durch das Jo-Jo-Spiel kommt man sowieso viel rum". Voß war bereits in Städten wie Prag, Bratislava sowie Krakau und möchte 2018 bei der Spanischen Meisterschaft dabei sein. „International oben mitzumischen, wäre eine ganz neue Herausforderung für mich", so Voß. Wenn er regelmäßig trainiere, könne er sich auch noch verbessern. Sein Traum, einmal Europameister zu werden, sei momentan für ihn nicht in greifbarer Nähe, er strebt aber an, unter die Top fünf in Europa zu kommen. Was Malte Voß am meisten fordert, ist die Perfektion: Es sei wichtig, dass der Trick auch immer klappt und die Kunststücke sauber sind. Für ihn ist es immer noch aufregend, vor einem großen Publikum aufzutreten – ganz egal, ob auf Messen oder in Varietéshows. „Je mehr Publikum, desto besser", sagt er. Außerdem kann man in seinen Videos auf Youtube viele Kunststücke bewundern. Seit ein paar Monaten versucht sich Voß zudem an der Spielerkategorie 3A. Hierbei hantiert der Spieler mit zwei Jo-Jos. In dieser Sparte spiele er aber noch nicht sicher genug. Trotz des Alltagsstresses bekommt Voß das Jo-Jo-Spiel und sein Studium gut unter einen Hut. „Ich kann das Jo-Jo überall mit hinnehmen und ziehe bei den Übungen immer wieder neugierige Zuschauer an", erzählt er. Derzeit studiert Voß „International Business Studies" an der Universität Paderborn. Auch wenn er wegen des Studiums weniger Zeit für sein Hobby hat, muss er nicht komplett aufs Jo-Jo-Spiel verzichten. „Es soll allerdings nicht mein Hauptjob werden", sagt er. Mit dem Jo-Jo-Spiel verdient er sich auch ein wenig Geld nebenbei: Unter anderem bietet Voß Jo-Jo-Workshops an und wird für Auftritte gebucht. Mit der Idee, eigene Jo-Jos herzustellen, hat er auch schon gespielt: Eigene Designs will der Jo-Jo-Meister ausprobieren, auch andere Bauarten. „Konkret ist da aber noch nichts geplant", sagte er.

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