Infos zu grünen Berufen waren sehr gefragt: Auch Jana Möller (14) und Amira Maatong (14, r.) informierten sich bei Michael Bösing von der Landwirtschaftskammer über die Ausbildung zur Pferdewirtin. Viele hilfreiche Tipps haben sie sich da notiert. - © Ivonne Michel
Infos zu grünen Berufen waren sehr gefragt: Auch Jana Möller (14) und Amira Maatong (14, r.) informierten sich bei Michael Bösing von der Landwirtschaftskammer über die Ausbildung zur Pferdewirtin. Viele hilfreiche Tipps haben sie sich da notiert. | © Ivonne Michel

Bielefeld Wer hätte das gedacht? Diese Ausbildungen bieten gute Berufsaussichten

Wichtige Schritte zum Traumberuf: Rund 3.000 Schüler, Eltern und Lehrer informierten sich bei der Startklar!-Berufsinformationsbörse

Ivonne Michel

Bielefeld. Im Hof dröhnt die Hupe eines riesigen Lkws, drinnen lassen junge Zimmerleute Schüler ihr Handwerk testen, Kosmetikerinnen schminken Besucherinnen, hunderte Jugendliche marschieren schon frühmorgens mit Checklisten zu ihren Traumberufen durch die Carl-Severing-Berufskollegs. Rund 3.000 Schüler, Eltern und Lehrer informierten sich bei der Startklar!-Berufsinformationsbörse bei Experten über ganz unterschiedliche berufliche Möglichkeiten, kamen mit potenziellen Ausbildungsbetrieben ins Gespräch und besprachen Fragen, die ihnen am Herzen lagen. Milchwirtschaftlicher Laborant, Revierjäger, Pflanzentechnologe, Fisch-, Tier oder Landwirt: Exotisch klingen die Ausbildungsberufe, die die Landwirtschaftskammer vorstellt. "Es gibt da vergleichsweise wenig Plätze, häufig sind sie und auch die Berufsschule nicht hier in Bielefeld, aber man hat später gute Berufsaussichten", berichtet Michael Bösing. Pferdewirt ist vor allem bei den Mädchen sehr gefragt. Anna Kaiser, selbst studierte Pferdewirtin und aktuell im Agrar-Referendariat, erklärt Lilly, Mia und Luzi (alle 14) von der Sekundarschule Bethel, welche Einstellungsvoraussetzungen es gibt und wie genau der Joballtag aussieht. "Das klingt cool", sagen auch Jana Möller und Amira Maatong (beide 14) und machen sich eifrig Notizen. Luzi fände auch Tier-Osteopathie super. "Ihr solltet euch da gut informieren und unbedingt darauf achten, dass ihr erst eine Ausbildung macht, die auch anerkannt ist", rät Kaiser. In der Landwirtschaft habe man viele Möglichkeiten, nach einer Ausbildung noch beruflich aufzusatteln. Zilan Alba (16) und Viktoria Wurms (15), Zehntklässlerinnen an der Hauptschule Jöllenbeck, ziehen mit einer Checkliste bewaffnet zusammen mit einigen Klassenkameraden über die Messe. Sie haben die Aufgabe, sich über drei Wunschberufe zu informieren, mit Ausbildern zu sprechen und zu recherchieren, welche Anforderungen es gibt. Viktoria möchte Flugbegleiterin werden, Zilan erstmal noch weiter zur Schule gehen. Die Startklar!-Börse finden sie super. "Es macht echt Spaß und man erfährt eine Menge", sagen die beiden. Auch Carolin Schwack, Lehrerin an der Albatrosschule, ist mit acht Schülern aus den Abschlussklassen da. "Ich möchte gern etwas mit Medien machen", sagt Marinus (15). Er sitzt im Rollstuhl. Er habe aber gerade schon ein Unternehmen gefunden, für das das kein Handicap sei, berichtet er strahlend. Von den Grafikdesignerinnen Lilia und Julia Graf bekommt er Tipps zur Gestaltung einer erfolgreichen Bewerbung. "Ich kann Schülern nur raten, Praktika zu machen - je mehr, desto besser", sagt Börsen-Mitgründerin Ursula Reinartz. "Auch wenn man ein Studium anstrebt, kann man gute Kontakte für die ersten Berufsfelderkundungen in Klasse acht knüpfen."

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