Anschlag: Mit Flüssigzement hat der Täter den Eingang des Amtsgerichts, des Arbeitsgerichts und der Staatsanwaltschaft getroffen. Ein Reinigungsunternehmen musste die Reste aufwendig abschrubben. - © Andreas Zobe
Anschlag: Mit Flüssigzement hat der Täter den Eingang des Amtsgerichts, des Arbeitsgerichts und der Staatsanwaltschaft getroffen. Ein Reinigungsunternehmen musste die Reste aufwendig abschrubben. | © Andreas Zobe

Bielefeld Zement-Anschlag auf Staatsanwaltschaft und Amtsgericht beschäftigt den Staatsschutz

Verwirrte Vorwürfe gegen Richter und Politiker auch Online: Schmierereien auf dem Schulgelände von Max-Planck-Gymnasium und Gertrud-Bäumer-Realschule

Jens Reichenbach

Bielefeld. In der Nacht zu Donnerstag hat ein Unbekannter Bereiche des Bielefelder Gerichtskomplexes und zwei Schulen im Bielefelder Westen mit Zement beziehungsweise mit Farbe beschädigt. Der Staatsschutz und die von Schmierereien selbst betroffene Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen. Was ist passiert? Ein Hausmeister bemerkte gegen 6.30 Uhr Verunreinigungen mit schnell abbindendem Zement am Eingang des Amtsgerichts an der Gerichtstraße. Bei der Kontrolle des Justizkomplexes zwischen Gerichtstraße und Niederwall entdeckten dann Polizeibeamte ähnliche Zementverschmutzungen an der historischen Tür des Arbeitsgerichts und ein Bekennerschreiben. Außerdem wurde der Eingang der Staatsanwaltschaft an der Rohrteichstraße beschmiert. Kurz nach 8 Uhr erfuhr die Polizei zudem von Farbschmierereien am Max-Planck-Gymnasium an der Melanchthonstraße und am Pavillon der benachbarten Gertrud-Bäumer-Realschule. Dabei hetzte der Schmierer gegen Bielefelder Richterinnen und kolportierte Verschwörungstheorien gegen Politiker. Beide Schulleitungen zeigten sich erleichtert, dass kein konkreter Bezug zu ihren Schulen zu erkennen ist. Der Täter hat seine kruden Vorwürfe auf auf einer Homepage veröffentlicht Bekennerschreiben und Parolen an den Tatorten lassen nach NW-Informationen möglicherweise auf einen politischen Hintergrund, aber auf jeden Fall auf eine hohe Frustration des Täters schließen. "Die Äußerungen und Schmierereien sind nicht eindeutig. Auch andere Hintergründe sind denkbar", erklärte Kötter. Tatsächlich hat der Täter seine kruden Vorwürfe gegen Richter und Politiker auch online auf einer Homepage ausführlich dargestellt. Laut Kötter ist sich der Staatsschutz relativ sicher, dass am Gerichtsgebäude und an den Schulen derselbe Täter aktiv war. Um ihm die Beschädigungen zu beweisen, bittet die Polizei nun um Zeugenhinweise aus der Nacht unter Tel. (05 21) 54 50.

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