Der 56-jährige Autowerkstatts-Inhaber steht wegen Brandstiftung vor Gericht. Zum Brand war es im Frühjahr gekommen. - © Archivfoto: Christian Mathiesen
Der 56-jährige Autowerkstatts-Inhaber steht wegen Brandstiftung vor Gericht. Zum Brand war es im Frühjahr gekommen. | © Archivfoto: Christian Mathiesen

Bielefeld Prozess-Start: Bielefelder Werkstatt-Chef wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht

Peter Johnsen

Bielefeld. Schwere Brandstiftung, Anstiftung und Beihilfe zu diesem Verbrechen sowie Versicherungsbetrug wirft die Staatsanwaltschaft dem 56-jährigen Geschäftsführer einer Bielefelder Autowerkstatt und drei seiner Mitarbeiter im Alter von 30, 25 und 22 Jahren vor. Am Donnerstag begann vor der XX. Großen Strafkammer des Landgerichts der Prozess. Der erste von neun vorgesehenen Verhandlungstagen dauerte nur 20 Minuten. Staatsanwalt Veit Walter verlas die von ihm verfasste Anklageschrift. Danach wurde der Prozess bis zum 18. Oktober unterbrochen, weil einer der Verteidiger unabkömmlich war und sich vertreten ließ. In dem Verfahren geht es um den Brand der Werkstatt an der Stadtheider Straße am 1. März bei dem, wie berichtet, zwei Personen verletzt wurden und Sachschaden in Höhe von mehr als 100.000 Euro entstanden sein soll. Hoch entzündliche Flüssigkeit ausgeschüttet Bereits am Vortag sollen die Angeklagten die Details der Tat geplant und abgesprochen haben. Als Motiv vermutet der Staatsanwalt finanzielle Probleme des Werkstattbetreibers, den angeblich Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 90.000 Euro drückten. Am Vormittag des 1. März wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Während der Geschäftszeit und während sich Personen dort aufhielten, verschütteten zwei der Angeklagten in Werkhalle 3 des Betriebes hoch entzündlichen Bremsenreiniger. Einer der mutmaßlichen Täter soll die Flüssigkeit am Boden mit seinem Feuerzeug entzündet haben. Diese Situation soll sogar auf einem firmeninternen Video zu sehen sein, das im Verlauf der Verhandlung als Beweismittel vorgeführt werden soll. Die Flammen sprangen auf einen in der Halle stehenden Mercedes über. Haftbefehle im April Der Feuerwehr gegenüber, die zu einem Großeinsatz ausrückte, erklärte man, der Brand sei durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Zigarettenkippe entstanden. Ein 59-jähriger Syrer, der mit seiner Familie in einer provisorischen Unterkunft in der Halle hauste, erlitt eine Rauchvergiftung. Eine weitere Person wurde durch ihren brennende Kleidung verletzt. Anfang April ergingen Haftbefehle gegen die Angeklagten, von denen zwei inzwischen außer Vollzug gesetzt wurden. Der Werkstattbetreiber ist vorbestraft.

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