Mensch und Maschine: Kai Konen, Sven Wachsmuth, Johannes Kummert, Felix Friese (v. l.) sowie "Pepper" und "Tobi".  - © Christian Weische
Mensch und Maschine: Kai Konen, Sven Wachsmuth, Johannes Kummert, Felix Friese (v. l.) sowie "Pepper" und "Tobi".  | © Christian Weische

Bielefeld Bielefelds Uni-Mannschaft holt Platz drei bei Roboter-WM

Robo-Cup: Citec-Maschine "Tobi" erreicht das Finale in Japan. Neuling "Pepper" wird Siebter. Turnieraufgaben führen die Programmierer im Foyer vor

Dennis Rother

Bielefeld. Erneut haben die Computertüftler vom Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (Citec) der Uni Bielefeld bei der Roboter-Weltmeisterschaft aufgetrumpft. Nach Platz eins im Vorjahr belegten sie beim Robo-Cup im japanischen Nagoya jetzt Platz drei mit ihrem "Tobi". Der Elektro-Haushaltshelfer ist seit 2009 WM-Stammgast. Neu dabei war "Pepper", der aussieht wie aus einem Science-Fiction-Film. Er wurde bei einem Parallelwettbewerb Siebter. Mehr als 2.000 Entwickler aus rund 40 Nationen haben in Japan teilgenommen. Zwölf Bielefelder Studenten waren mit Informatik-Teamchef Sven Wachsmuth nach Asien gereist. Die Konkurrenz war groß, sagt Wachsmuth: "Gerade im Bereich Personenerkennung gab es weltweit Entwicklungssprünge." Vom Zuhören bis zum Getränkeliefern: Was die Maschinen diesmal alles können mussten, präsentierten die jungen Forscher am Mittwoch im Citec-Foyer. Ihre Schützlinge hatten sie im Schlepptau. Alle Funktionen programmierten die Bielefelder Studenten selbst. Zudem verbauten sie Sensoren, Kamera und Greifarm. In den Vorrunden ging es etwa um's Sortieren von Einkäufen, darunter Obst. Dann kamen für den Assistenten Führungsaufgaben: "Tobi" musste eine Tür öffnen und einer Menschengruppe die Umgebung zeigen. "Fragen beantwortete er auch", sagte Johannes Kummert. Der 25-Jährige studiert im Master "Intelligente Systeme". Beide erste Runden meisterte "Tobi". Im Finale der besten drei kam die Königsdisziplin: alles gleichzeitig. Personen erkennen, Befehle ausführen, Hindernisse umkurven, Gegenstände bringen und kommunizieren via Netzwerk mit "Pepper". Mit dem schneeweißen Roboter arbeiten die Bielefelder seit März. Reibungsloser als bei der Citec-Mannschaft lief der Auftritt nur bei Kontrahenten aus Koblenz und Eindhoven. Kummert und Co. inszenierten am Mittwoch eine Final-Szene auf ihrem Bühnen-Parcours komplett nach. Team-Mitglied Kai Konen bestellte einen Eistee, den "Tobi" vom fünf Meter entfernten Küchentisch holen sollte. "Tobi" rollte los, an den Tisch kam der Roboter aber nicht ran, denn ein Stuhl stand im Weg. Also bat er Team-Mitglied Felix Friese um Unterstützung beim Wegrücken. Prompt das nächste Problem: Statt Eistee gab's nur Cola, Fanta und Chips. Das registrierte "Tobi" und gab die Info an "Pepper" weiter. Der wiederum überbrachte Chef Kai Konen die schlechte Nachricht und offerierte andere Optionen. Schließlich brachte "Tobi" eine neu bestellte Cola und berichtete chronologisch von seinen Erlebnissen. Fast alles stimmte. Nur Felix Friese, den identifizierte "Tobi" als Frau. Ausdrücklich lobte er mit monotoner Computerstimme seine "weibliche Hilfe". Das kam so staubtrocken rüber, dass der Roboter nach durchgetakteter Arbeit auch noch ungeplante Lacher erntete.

realisiert durch evolver group