Spricht mit Flüchtlingen und Anwohnern im Handwerksbildungszentrum: Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Zu den Integrationsdialogen lädt die Stadt mit weiteren Stadtteil-Akteuren ein. - © Sarah Jonek
Spricht mit Flüchtlingen und Anwohnern im Handwerksbildungszentrum: Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Zu den Integrationsdialogen lädt die Stadt mit weiteren Stadtteil-Akteuren ein. | © Sarah Jonek

Mitte Bielefelder Flüchtlinge und Bewohner treffen sich zum Bürgerdialog

Familienzusammenführung ist das große Thema. Rund 600 Flüchtlinge leben im Quartier Mitte-Nord

Ariane Mönikes

Mitte. Er kenne viele Gesichter, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger (SPD), als er vor den Gästen im Handwerksbildungszentrum am Kleiberweg steht. Sie waren da, als die Stadt vor zwei Jahren auf Bürgerversammlungen über die Flüchtlingssituation sprach. Jetzt ist er wieder da, um mit Akteuren und diesmal auch Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen, denn die „Neuen" sind mittlerweile angekommen und leben mitten im Quartier. „Ziel ist es jetzt, die Stadtteile für die Menschen aufzuschließen, die neu zu uns gekommen sind", sagt Nürnberger. Die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge ist mittlerweile sehr gering, sagt Nürnberger. Im Rahmen des fluchtbedingten Familiennachzuges sind aber seit Januar 2016 bis Mitte 2017 insgesamt 1.023 Menschen zu syrischen oder irakischen Familienmitgliedern in Bielefeld gezogen. „Auch 2018 wird der Familienzuzug eine große Bedeutung haben", sagt er. „Darauf müssen wir uns einstellen." In Mitte-Ost, also rund um Heeper, Otto-Brenner- und Oldentruper Straße, leben laut Nürnberger 600 Menschen mit Flüchtlingsstatus, 75 im Handwerksbildungszentrum am Kleiberweg sowie 75 weitere in der ehemaligen Pestalozzischule an der Otto-Brenner-Straße. Seit ein paar Monaten seien 30 Personen in Wohnungen an der Fasanenstraße untergebracht, 30 weitere kommen noch in einen zweiten Gebäudekomplex. Weitere 30 sind schon in ein extra von der BGW für Flüchtlinge gebautes Gebäude an der Heeper Straße 125 gezogen. Die meisten Flüchtlinge aber seien in Wohnungen im Quartier untergebracht. Für die Integration sei das super, so Nürnberger. Aber sie seien schwer zu erreichen. Deshalb gibt’s den Dialog, bei dem auch über Angebote für Flüchtlinge informiert wurde. Ein Ort, wo Integration stattfindet, ist zum Beispiel die Offene Kinder- und Jugendarbeit im JZ Kamp oder im HOT Billabong, die sehr gut angenommen werde. Ohne die Ehrenamtlichen, so Nürnberger, sei vieles aber nicht möglich. Eine Anlaufstelle im Quartier ist Stadtteilkoordinator Leif Pollex vom AWO-Kreisverband. „Es gibt gute Angebote", sagt er. „Ich wünsche mir allerdings mehr nachbarschaftliches Leben." Begegnungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, die schon lange in Mitte-Ost leben, würde nur funktionieren, wenn sie initiiert werden. „Die Menschen brauchen Orte dafür." Die Integrationsdialoge, die von der Stadt Bielefeld und Akteuren im Stadtteil organisiert werden, waren in Brackwede gestartet. Weitere Infos: www.bielefeld.de

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