Mark Benecke spricht über wirklich ekelhafte Dinge - und keiner kann das so unterhaltsam wie er. - © dpa/picture alliance
Mark Benecke spricht über wirklich ekelhafte Dinge - und keiner kann das so unterhaltsam wie er. | © dpa/picture alliance

Bielefeld Kriminalbiologe und Kultfigur Mark Benecke kommt nach Bielefeld

Weltweit nutzt die Polizei das Fachwissen des 47-Jährigen, mit dessen Hilfe rund um den Globus Verbrechen aufgeklärt werden

Alexandra Buck

Bielefeld. Keiner kann so schön über so ekelhafte Dinge sprechen wie er: Kriminalbiologe Mark Benecke analysiert Insekten, die auf Leichen gefunden wurden, um Verbrechern das Handwerk zu legen. Jetzt kommt der voll tätowierte Paradiesvogel nach Bielefeld. Mark Benecke ist der Herr der Maden. Sein Aufgabengebiet: Blutspritzer, Spermaflecken, aber vor allem Fliegen und Maden. Durch seine Analyse derInsekten, die auf Leichen gefunden wurden, konnte schon unzähligen Verbrechern weltweit das Handwerk gelegt werden. Jetzt geht Mark Benecke mit einem Infotainment-Abend auf Deutschlandtour. Allerdings kann sich dem Betrachter beim Anblick einiger Fotos leicht schon mal der Magen umdrehen. Denn gezeigt werden nicht die üblichen „Wo ist hier der Fehler?" - Bilder, sondern Aufnahmen stark entstellter Leichen. Nur durch detaillierte Nahaufnahmen lassen sich die wirklich interessanten Fragen klären: Warum hat die aufgedunsene Männerleiche so lange Fingernägel? Und welche Madenart kriecht gerade aus ihrem Mundwinkel? - Fragen, die Mark Benecke keine Ruhe lassen, denn der Kölner ist für Polizeibehörden aller Herren Länder rund um die Uhr zu erreichen. Die Wissenschaft ist nur eine der Professionen Mark Beneckes. Er ist Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbands der Partei „Die Partei". Er ist Schriftsteller, Musiker und Tierschützer. Bekannte Fälle 1997/98 hatte Benecke nach der Untersuchung von Maden die Leichenliegezeit der getöteten Frau des Pastors Klaus Geyer festgestellt. Geyer hatte für den so ermittelten Tatzeitpunkt kein Alibi und wurde schließlich wegen Totschlags verurteilt. Im Todesfall einer pflegebedürftigen Frau in Köln ermittelte Benecke anhand von gefundenen toten Stallfliegen (Muscina stabulans), dass die Frau durch ihre Pflegerin vernachlässigt worden war. In Zusammenarbeit mit dem FSB untersuchte Benecke Adolf Hitlers mutmaßliche Schädeldecke und sein Gebiss. Er untersuchte zudem als einziger Kriminalist den Fall des kolumbianischen Serienmörders und Vergewaltigers Luis Alfredo Garavito Cubillos. Die Mumien von Palermo untersuchte Benecke ausführlich in Zusammenarbeit mit Archäologen und dem Kapuziner-Orden.

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