Gefällt: Am Tieplatz in Heepen drohte ein großer Baum auf ein Gebäude zu stürzen. Anwohner hatten die Feuerwehr benachrichtigt. Die hatte nur eine Möglichkeit, um jegliche Gefahr auszuschließen: Der Baum musste gekappt werden. - © Peter Stuckhard
Gefällt: Am Tieplatz in Heepen drohte ein großer Baum auf ein Gebäude zu stürzen. Anwohner hatten die Feuerwehr benachrichtigt. Die hatte nur eine Möglichkeit, um jegliche Gefahr auszuschließen: Der Baum musste gekappt werden. | © Peter Stuckhard

Bielefeld Sturmbilanz in Bielefeld: Bäume stürzen auf Ossi, Friedhöfe dicht

Unwetter: Trotz blauen Himmels wurden in Bielefeld Sturmböen mit bis zu 90 km/h gemessen. Die Feuerwehr musste in wenigen Stunden zu mehr als 80 Einsätzen raus. Glücklicherweise sind nur Sachschäden zu beklagen

Jürgen Mahncke

Bielefeld. Der erste Herbststurm des Jahres hat auch unsere Stadt nicht verschont. Allerdings ging alles glimpflicher ab als in anderen Regionen, in denen sogar Tote zu beklagen sind. Seit Tagen hatten die Wetterdienste für Mittwoch das schwere Sturmtief „Sebastian" angekündigt. Wer am Mittwochmittag seine Pause draußen verbrachte, kurz nach 12 Uhr, konnte aber schönstes Wetter, blauen Himmel und spätsommerliche Temperaturen genießen. Gegen 12.30 Uhr bogen sich dann plötzlich die Bäume, Bürgersteige waren innerhalb kürzester Zeit mit grünem Laub bedeckt, Äste und Blätter flogen durch die Luft. Mit einem Temperatursturz gingen immer stärkere Sturmböen einher. Ununterbrochen Notrufe Ab diesem Zeitpunkt liefen dann ununterbrochen die Notrufe bei der Feuerwehr am Stadtholz ein. Vorausschauend war hier die Leitstelle von vier auf acht Mitarbeiter verdoppelt worden, was sich für Hilfesuchende auszahlte. Anrufe konnten schnellstens abgearbeitet werden. 34 Fahrzeuge und 170 Kräfte der Berufsfeuerwehr und der 21 Löschabteilungen leisteten unverzüglich Hilfe im gesamte Stadtgebiet. Überall wurden Sturmschäden gemeldet. Besonderes Glück hatten zwei Autofahrer, die auf dem Ostwestfalendamm unterwegs waren. Als sie den Blitzer Richtung Brackwede passierten, stürzten zwei Bäume, die über der Lärmschutzwand standen, auf die Fahrbahn. Hierbei wurde eines der beiden Autos beschädigt, aber kein Insasse verletzt. Durch die Aufräumarbeiten der Feuerwehr kam es zu kilometerlangen Staus auf dem OWD, die sich bis in den Innenstadtbereich fortsetzten. Jahnplatz gesperrt Auch der Jahnplatz musste für eine knappe halbe Stunde gesperrt werden. Passanten hatten gesehen, dass sich eine Ampel durch den Sturm aus ihrer Halterung gerissen hatte und nur noch an einer Stromleitung mitten über dem Jahnplatz hing, buchstäblich am seidenen Faden. Hauptbeschäftigung der Feuerwehr war aber das Zersägen von Bäumen, die auf Straßen gefallen waren sowie das Abräumen großer Äste von Straßen und Gehwegen. Am Tieplatz in Heepen drohte ein großer Baum auf ein Haus zu stürzen. Um die Gefahr zu beseitigen, blieb der Feuerwehr nichts anderes übrig, als den Baum zu kappen. Immer wieder drohten auch Fassadenteile von Gebäuden an der Herforder Straße und in der Innenstadt vom Wind heruntergerissen zu werden. Bauzäune stürzten um Bauzäune, einer von ihnen an der Detmolder Straße, stürzten um und mussten gesichert werden. Die Umweltbetriebe schlossen alle 19 Friedhöfe der Stadt, weil hier der Baumbestand besonders groß ist. Auch der Tierpark Olderdissen machte zu. Dort war eine große Buche in das Rotwildgehege gefallen. Vor dem Betreten von Parks und Grünanlagen wurde gewarnt. Wer zu Hause seinen Garten oder die Terrasse nicht gesichert hatte, musste mit ansehen, wie sich Stühle, Schirme und Statuen selbstständig machten. Gegen 18 Uhr flaute der Sturm ab, da waren es bereits 80 sturmbedingte Einsätze. Keine Personen- sondern nur Sachschäden, das ist für Max Rempe von der Berufsfeuerwehr ein gutes Fazit. „Wir hatten alle ganz viel Glück, Menschen waren mit offenen Augen unterwegs und waren umsichtig", lobte der Feuerwehrmann. Und er hofft, dass die nächste Unwetterwarnung wieder alle Menschen in der Stadt ernst nehmen.

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