Die Straßenschilder konnten dem Wirbelsturm nicht standhalten. - © Inga Eickhoff
Die Straßenschilder konnten dem Wirbelsturm nicht standhalten. | © Inga Eickhoff

Bielefeld Bielefelder Freundinnen erleben dank Hurricane Irma Horror-Urlaub in Miami Beach

Die jungen Frauen erleben Naturkatastrophe "wie im Film"

Andrea Sahlmen

Bielefeld. Es sollte ein wahrer Traumurlaub werden. Als die besten Freundinnen Inga Eickhoff und Vanessa Niebuhr am 3. September nach Miami Beach fliegen, ist alles so wie erwartet: 36 Grad, weißer Sandstrand, gut gelaunte Leute. Doch dann kommt alles anders. Der Traumurlaub wird zur Katastrophe. "Eigentlich hätte uns die Info, dass unser Flug 6 Stunden Verspätung hat, schon stutzig machen sollen", sagt Inga Eickhoff. "Der Urlaub stand wohl von Anfang an unter keinem guten Stern." Doch zunächst ist am 3. September noch alles in Ordnung. "Es war genauso traumhaft, wie wir es uns vorgestellt hatten." Zwei Tage später erreicht die beiden Bielefelder Freundinnen die Schocknachricht des Hurricanes: Irma wird über Florida fegen und Miami Beach zerstören. "Ab dem Tag war der Urlaub für uns vorbei", schildert Eickhoff ihre Gefühle. "Wir fühlten uns hilflos und verzweifelt." Die Flucht nach Orlando Die jungen Frauen müssen aus Miami Beach fliehen, so schnell es geht. Zum Glück bekommen sie ein Hotel in Orlando, um dort Schutz zu suchen. Um sich abzulenken fahren die Bielefelderinnen noch in die Universal Studios. "Die waren wie leer gefegt, kaum Leute trauten sich nach draußen." Am 10. September ist es dann soweit. Gegen 18.30 Uhr beginnt es extrem zu stürmen. Erste Palmen können dem Sturm nicht mehr standhalten. Eine halbe Stunde später wird das Hotel mit Sandsäcken abgeriegelt. Die Freundinnen hören, wie der Wind um das Hotel schlägt. Die Fenster bewegen sich, weil der Hurricane so eine Kraft hat. "Wir hatten Angst, dass das Hotel dem Sturm nicht standhalten würde", sagt Eickhoff. Um 22 Uhr werden die Türen des Hotels mit dicken Bändern zugebunden, weil sie wackeln. "Kinder haben geschrien und hatten Panik, unsere Nerven lagen ebenfalls langsam blank", schildern die Bielefelderinnen. Doch es wird immer schlimmer. Das Ausmaß der Naturkatastophe enorm Eine Stunde später fällt der Strom aus und es regnet in das Hotel. "Es war wie im Film, solche Naturgewalten kannten wir nur aus dem Fernsehen." Die Frauen haben Angst und Panik, als sie die Wassermassen sehen. Zum Glück hat das Hotel ein Notstromagregat. Bis um 3 Uhr morgens wütet Irma, bis der Sturm langsam schwächer wird. Am Tag darauf wird das ganze Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich. "Die Straßen sind zum Teil so verwüstet dass sie nicht mehr befahrbar sind. Entwurzelte Bäume liegen auf der Straße, Straßenschilder wurden angeweht und viele Palmen sind abgeknickt", berichten die Freundinnen. Die beiden sind froh, dass sie den Sturm überstanden haben und hoffen, dass alle Bewohner Floridas so schnell wie möglich in ihre Häuser zurück können. "Am Freitag geht unser Flug nach Hause. Wir freuen uns, wenn der Horror dann ein Ende hat." Trotz dieser Erlebnisse wollen die Freundinnen noch einmal zurück nach Miami Beach. "Nur dann nicht in der Hurricane-Saison."

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