Mit „Kriegsbemalung": DSC-Anhänger Daniel Ritterbusch. - © Barbara Franke
Mit „Kriegsbemalung": DSC-Anhänger Daniel Ritterbusch. | © Barbara Franke

Bielefeld Achterbahn der Gefühle bei Arminias Pokalkampf

Hochspannung auf der Alm: 1:3 im Kracher gegen Fortuna Düsseldorf bringt nur kleinen Knick in der Stimmungskurve.

Dennis Rother

Bielefeld. Nach dem gelungenen Zweitligastart war die Stimmung der Arminiafans äußerst optimistisch und hinsichtlich des Erstrundenspiels ungewöhnlich hoffnungsvoll. Doch am Ende hat es nicht sollen sein. Trotz großen Kampfes ist Arminia im DFB-Pokal ausgeschieden. Enttäuscht waren die Fans am Ende der 120-minütigen Achterbahnfahrt gegen Düsseldorf, so richtig missmutig aber nicht. „Immerhin sind nun alle Träumer wieder auf dem Boden angekommen", sagte Robin Berner nach dem Abpfiff. Der 27-Jährige saß mit Kumpel Andreas Hack (26) auf der Haupttribüne, war von einem 1:0 ausgegangen – und hatte sich so eingereiht in die für ostwestfälische Verhältnisse geradezu euphorischen Arminen. Der Tenor vorab: Der DSC hat derzeit das sogenannte Momentum auf seiner Seite. Im Klartext: Die Fußballgötter sind dem Klub gewogen. „Die beiden ersten Saisonspiele hätten wir im Vorjahr verloren", so Berner. Marian Wall stimmte zu. Er war jüngst in Fürth vor Ort, berichtete von „Zufällen", die zu Bielefelder Toren führten. „Klar überlegt man dann, wo das diese Saison noch hinführen kann", sagte er. Kumpel Daniel Ritterbusch nickte. Er war im Stadion einer der Hingucker, denn sein Gesicht war blau-weiß und die Augenpartie schwarz geschminkt. Mit Rauschebart sah er aus wie direkt aus dem schottischen Hochland. „Das ist Kriegsbemalung, das mach’ ich nur bei Pokalkrachern", sagte er und lacht. "Regenwetter ist eigentlich Arminias Ding" Von Weitem zu erkennen waren auch Mirca Mönnikes, Heike Thör und Markus Frormann. Mönnikes und Frormann gehören zur mittlerweile raren Fußballfan-Spezies der Kuttenträger. Mit ihren dutzenden Aufnähern auf Jeanswesten lassen sie Augen von Nostalgikern glänzen. „Regenwetter ist eigentlich Arminias Ding", sagte Heike Thör im Hinblick auf Willensstärke unter widrigen Bedingungen. Letztlich habe das trotz Bibbern und Bangen auch nicht geholfen.Manchmal brauche er Tage zum Aufarbeiten von bitteren Pleiten, sagte Robin Berner. „Für diese hier reicht eine halbe Stunde im Auto, denn die Leistung war okay. Wir steigen nie und nimmer ab". Berner fuhr zurück nach Herford, ein paar Kilometer weiter gings für Andreas Strunk (42) mit Sohn Luke (11) sowie Michael Köhler (55) nach Vlotho und Bad Oeynhausen. 2:1 hatte Andreas Strunk getippt, Luke 2:0, Michael Köhler 3:1. „Ich hab’ aber schlecht geschlafen, dann gehen Partien oft andersherum aus", sagte Köhler vor dem Spiel. Er sollte recht behalten.

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