Nachdem seine Freundin nach einem Arminia-Spiel beleidigt wurde, ist ein Bielefelder vollkommen durchgedreht. - © Symbolfoto NW
Nachdem seine Freundin nach einem Arminia-Spiel beleidigt wurde, ist ein Bielefelder vollkommen durchgedreht. | © Symbolfoto NW

Bielefeld Über Freundin lustig gemacht: Bielefelder tritt 29-Jährigem brutal gegen den Kopf

Nach Arminia-Spiel: Versuchter Totschlag ist dem 32-Jährigen im Prozess nicht nachzuweisen - und er kommt mit einer Bewährungsstrafe davon

Nils Middelhauve

Bielefeld. „Es war ein typisches Arminia-Spiel, das man schnell wieder vergessen hatte. Was man jedoch nicht vergessen darf, ist das anschließende Geschehen", sagte der Vorsitzende Richter Christoph Meiring in der Urteilsbegründung. Das Landgericht verurteilte am Montag einen 32-jährigen Mann aus Bielefeld wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Der Angeklagte hatte bei einer Auseinandersetzung auf dem Rückweg von der Schüco-Arena einem auf dem Boden liegenden Kontrahenten brutal gegen den Kopf getreten. Freundin hatte es eilig Eine große Menschenmenge bewegte sich am 2. April 2016 nach dem Ende der Partie von Arminia Bielefeld gegen Fortuna Düsseldorf auf der Rolandstraße. Unter ihnen auch Dimitrij P. (Name geändert), der sich in Begleitung seiner Freundin sowie eines Bekannten befand. Da es der Freundin des Angeklagten nicht schnell genug voran ging, machte sie eine entsprechende Bemerkung und forderte eine Gruppe mehrerer Männer auf, ihr Platz zu machen. Diese machten sich zunächst über die Frau lustig, nach einem kurzen Wortgefecht wurden die Männer dieser gegenüber handgreiflich. Dimitrij sieht rot Nun sah Dimitrij. P. rot: Er schlug einem der Beteiligten mit der Faust ins Gesicht. Der 29-jährige Angegriffene fiel zu Boden. Mit mehreren Schritten Anlauf trat P. ihm nun kräftig gegen den Kopf. Das Opfer hatte Glück im Unglück: Durch den Tritt erlitt er lediglich eine Gehirnerschütterung und wurde nach zwei Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. P. war zunächst wegen versuchten Totschlags angeklagt, eine Tötungsabsicht konnte die X. Große Strafkammer ihm jedoch nicht nachweisen. Das Gericht verkannte nicht, dass die Provokationen vor der Auseinandersetzung von der Gruppe des Opfers ausgegangen waren. "Niederträchtig" „Einen Tritt gegen den Kopf eines Wehrlosen halten wir jedoch für besonders niederträchtig, weshalb hier auch für einen Ersttäter nur eine Haftstrafe in Betracht kommt", sagte Richter Meiring. Da P. ein umfassendes Geständnis abgelegt habe und nicht vorbestraft sei, könne diese jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden.

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