Eine Attraktion: Die Boulderhalle auf dem Dachboden des Bauernhauses der Naturfreunde Bielefeld an der Heeper Straße zieht vor allem Jugendliche an. Henrik Sonnenburg (vorne links) sowie Merlin Wächter und Michael Sachon (v. l.) haben’s ausprobiert. - © jonek-fotografie.de
Eine Attraktion: Die Boulderhalle auf dem Dachboden des Bauernhauses der Naturfreunde Bielefeld an der Heeper Straße zieht vor allem Jugendliche an. Henrik Sonnenburg (vorne links) sowie Merlin Wächter und Michael Sachon (v. l.) haben’s ausprobiert. | © jonek-fotografie.de

Bielefeld Bielefelder Naturfreunde eröffnen Boulderhalle im Bauernhaus

Der Verein hat sein Freizeitangebot erweitert, ein historisches Gebäude 
mit viel ehrenamtlicher Arbeit aufgewertet und jetzt mit Gästen die Eröffnung gefeiert

Ansgar Mönter

Bielefeld. Barfuß oder in Socken hüpfen die Besucher über den weichen Mattenboden, lachend bewegen sie sich fort wie betrunkene Seeleute; an den Seiten klettern Kinder und Erwachsene die Wände hoch, sich festkrallend an roten, blauen, grünen oder gelben Halterungen. Hier, auf dem Dachboden der ehemaligen „Leibzucht" des Meierhofs an der Heeper Straße, haben die Naturfreunde Bielefeld eine Boulderhalle eröffnet. Jetzt luden sie zum Tag der offenen Tür ein. Konzentriert gehen die Kletterer vor; die Farben der Halterungen weisen auf den Schwierigkeitsgrad des Parcours hin. Wer sich überfordert und es nicht schafft, fällt weich. Auch das macht Spaß. Hunderte Besucher bewunderten dieses neue Sportangebot in Bielefeld am Wochenende, stilvoll im alten Bauernhaus untergebracht. Baukosten mit viel Eigenleistung niedrig gehalten Zwei Jahre hat die Renovierung und Neugestaltung des mehr als 200 Jahre alten Gehöfts gedauert. Leibzucht wird das Fachwerkhaus genannt, weil das Hofgebäude für den alten Bauern des Meierhofs – der Keimzelle Heepens – gedacht war, wenn er der nächsten Generation Platz machen sollte – oder musste. Seit vielen Jahren schon nutzen die Naturfreunde, die nebenan im Haupthaus seit 1970 ihren Stammsitz haben, den Bau vor allem als Lager für ihre Kajaks und Kanus. Nun vereint er Büro und Treffpunkt für die Naturfreundejugend, Boulderhalle und Bootslager in einem. „Wir haben 450.000 Euro investiert", berichtet Gerd Weichynik, Vorsitzender der Naturfreunde Bielefeld. Die Summe wurde durch sehr viel Eigenleistungen niedrig gehalten. Der Verein hat 650 Mitglieder, Tendenz steigend. Davon haben viele ehrenamtlich mitgeholfen beim Projekt und ungewöhnliche Ideen eingebracht und umgesetzt. So sind die Waschbecken in den Toiletten zum Beispiel aus einem Stein des Hofes geschlagen und geschliffen worden. Auch Weichynik hat sich ehrenamtlich eingebracht. Er ist Architekt von Beruf und hat den Umbau deswegen fachlich begleitet. Den Naturfreunden entsprechend wurden vor allem natürliche und wertige Materialien verwendet wie Eichendielen für die Böden oder Lehmputz für die Wände. Und dort, wo es sinnvoll erschien, nutzten die Naturfreunde modernste Technik und Methodik. In den Wirtschafts- und Sozialräumen ist der Boden aus Beton, glatt geschliffen gestrichen und mit Fußbodenheizung. Neu eingebaut ist zudem eine Sauna, die dem Verein geschenkt und die aufpoliert wurde. NRW-Stiftung 
gab 220.000 Euro für Barrierefreiheit dazu Bei der Finanzierung mitgeholfen hat die NRW-Stiftung. Sie gab 220.000 Euro als Förderung dazu. Für das Geld wurde unter anderem ein Treppenlift für Rollstuhlfahrer eingebaut. So können auch Körperbehinderte das neue Angebot der Naturfreunde nutzen. Das Haus ist damit barrierefrei. Mit den Freizeitangeboten kommen die Naturfreunde bei Jugendlichen gut an. „Wir geben Kletterkurse, und natürlich ist es dabei unser Ziel", dass mehr Menschen dem Verein beitreten", sagt der Vorsitzende Weichynik. Außerdem im Programm: Vorträge und Diskussionen zu Natur und Umwelt, Kanufahren, Wanderungen, Skifahrten und einiges mehr. Wer Natur und Bewegung mag, ist dort richtig.

realisiert durch evolver group