Sie haben keine Lenkung und keine Bremse, mit einem Tempo ab 6 km/h gelten sie trotzdem als Kraftfahrzeug. - © Symbolfoto: dpa
Sie haben keine Lenkung und keine Bremse, mit einem Tempo ab 6 km/h gelten sie trotzdem als Kraftfahrzeug. | © Symbolfoto: dpa

Bielefeld Hoverboards liegen voll im Trend, aber die Polizei stoppt sie

Beamte untersagen Jugendlichen die Weiterfahrt

Jens Reichenbach

Bielefeld. Hoverboards sind coole Fortbewegungsmittel, die sich bei Kindern und Jugendlichen immer größerer Beliebtheit erfreuen. Scheinbar entgegen aller Regeln der Schwerkraft rollen ihre Fahrer aufrecht auf den schmalen, zweirädrigen Brettern, die durch die Verlagerung des Gewichts gesteuert werden. Was viele nicht wissen: Die Benutzung der Hover- oder auch Elektroboards ist problematisch: Sie dürfen nicht auf dem Gehweg gefahren werden, auf der Straße aber auch nicht. Wie Hella Christoph von der Polizei Bielefeld jetzt mitteilte, hielten Beamte erst am Samstag an der Straße Lohbreite ein Kind und einen Jugendlichen mit Hoverboards an. Aufgrund der vom Hersteller angegebenen möglichen Höchstgeschwindigkeit von 12 Kilometern pro Stunde seien diese Boards als Kraftfahrzeug einzustufen, erklärte Christoph.  Hoverboards sind Kraftfahrzeuge, die keine Zulassung bekommen „Diese Hoverboards durften im öffentlichen Verkehrsraum nicht geführt werden, da sie damit fahrerlaubnis- und zulassungspflichtig waren", so die Erklärung. Die Polizei untersagte den beiden jungen Fahrern die Weiterfahrt. Gegen die Eltern wurden sogar Anzeigen erstattet. Laut Christoph werden Hoverboards mit Elektromotoren angetrieben und kommen auf 12 bis 20 km/h. Ab 6 km/h muss ein Fahrzeug für den Verkehr versichert und zugelassen werden. Der ADAC warnte schon zum Weihnachtsgeschäft 2016 vor den Tücken: "Hoverboards sind motorisiert und können schneller als 6 km/ fahren. Daher gelten sie rechtlich als Kraftfahrzeuge." Für die Nutzung auf der Straße benötigen Hoverboards eine Zulassung und eine Haftpflichtversicherung. Weil sie konstruktionsbedingt die für die Zulassung notwendigen Anforderungen wie Lenkung und Bremsen aber nicht erfüllen, gibt es in der Regel keine Zulassung. Auf Geh- und Radwegen sind sie auch nicht erlaubt. Wer trotzdem erwischt wird, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit Wer dennoch mit dem Hoverboard auf öffentlichen Wegen und Straßen unterwegs ist, begeht je nach Einzelfall mindestens eine Ordnungswidrigkeit. In der Regel drohe den Eltern eine Geldbuße und ein Punkt in Flensburg, sagt der ADAC Die einzige Benutzungsmöglichkeit für Hoverboards liegt laut ADAC im abgegrenzten, nichtöffentlichen Verkehr, also auf einem Privatgelände. "Wer das Hoverboard dort nutzen will, sollte außerdem prüfen, ob er dabei über eine Privathaftpflichtversicherung abgesichert ist", raten ADAC-Versicherungsexperten.

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