Die Toiletten im Bielefelder Hauptbahnhof sorgen für Diskussionen. - © Hannah Nauerth
Die Toiletten im Bielefelder Hauptbahnhof sorgen für Diskussionen. | © Hannah Nauerth

Bielefeld Toiletten im Bielefelder Hauptbahnhof sorgen für Ärger

Leser monieren Zustand der einzigen WC-Anlage im Gebäude

Dennis Rother

Bielefeld. Unsauber und schlecht ausgerüstet: So bezeichneten jüngst etliche Reisende die kostenpflichtige, öffentliche WC-Anlage im Hauptbahnhof. Solche Beschwerden sind der Deutschen Bahn nicht neu. Die Putzfirma weist zwar auf mindestens fünf Reinigungen pro Tag hin. Dass es die tatsächlich gibt, bezweifeln aber viele Nutzer. Ihr größtes Problem: Ausweichen auf andere WC-Anlagen können sie vor Ort nicht mehr. Die Bahnhofstoilette verwaltet die Firma Hering Sanikonzept unter ihrer bundesweiten Marke „Rail & Fresh" für die DB AG. Von 7 bis 23 Uhr wird turnusmäßig alle vier Stunden saubergemacht, heißt es auf Anfrage vom Sub-Unternehmer. Regelmäßig würden „unangekündigte Sichtkontrollen" durchgeführt. 1 Euro kostet die Benutzung der Bahnhofstoilette Wenn WCs „unordentlich benutzt" werden, gebe es zudem Zwischenreinigungen, „sofern wir über Kunden oder die Infozentrale der Deutschen Bahn eine Information über Verunreinigungen erhalten". Das ist schon einige Male vorgekommen, sagt Bielefelds DB-Bahnhofsmanager Martin Nowosad, der bei akuten Problemen auch den Draht zur Hering-Geschäftsführung suchen will. Derzeit hätten sich die Beschwerden bei ihm aber nicht gehäuft. Ein Euro kostet die Benutzung der WC-Anlage, 50 Cent gibt’s per Coupon beim Einkauf in Bahnhofsgeschäften zurück. 2014 verschwanden die Toiletten bei McDonald's Das gilt für die an die Haupthalle angedockte McDonald’s-Filiale nicht. Dort gab es früher auch Gäste-WCs, es war die Alternative für diejenigen, die nicht aufs Bahnhofsklo wollten. Im Jahr 2014 baute der Fast-Food-Gigant um. Die Toiletten verschwanden. Alles rechtens: Gäste-WCs müssen laut Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld nur Restaurants vorweisen, in denen mehr als 200 Gäste Platz haben. Das sei Ergebnis der deregulierten NRW-Gaststättenverordnung. Ab 200 Gäste gelten Gaststätten als Versammlungsstätten. In Einzelfällen können Betreibern laut IHK dennoch Auflagen gemacht werden. Es gibt Ermessensspielraum beim Bauamt. In diesem Fall liegen Toiletten aber quasi „nebenan". Dass sie gebührenpflichtig und trotzdem offenbar mitunter verdreckt sind, gilt nicht als Grund für baurechtliche Sonderregelungen.

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