18 Mal innerhalb einer Stunde hat eine Bielefelderin angerufen und so die Leitung des Bielefelder Notrufs blockiert. - © Symbolfoto Pixabay
18 Mal innerhalb einer Stunde hat eine Bielefelderin angerufen und so die Leitung des Bielefelder Notrufs blockiert. | © Symbolfoto Pixabay

Bielefeld 46-Jährige ruft innerhalb einer Stunde 18 Mal den Notruf an

Bielefelderin blockierte die Leitung - und musste sich vor Gericht verantworten

Nils Middelhauve

Bielefeld. Im Januar ging es Maria F. (46; Name geändert) ausgesprochen schlecht. Während einer depressiven Episode wählte sie schließlich innerhalb einer einzigen Stunde 18 Mal die Notfallnummern 110 und 112 von Polizei und Feuerwehr. Nachdem die psychisch schwer angeschlagene Frau am 24. Januar in der Zeit von 14.18 Uhr bis 15.20 Uhr die Leitungen von Polizei und Feuerwehr dauerbelegt hatte, wussten sich die Angerufenen nicht anders zu helfen als den Vorfall zur Anzeige zu bringen – zumal es sich nicht um das erste Mal gehandelt hatte, dass F. sich des Missbrauchs von Notrufen schuldig machte. Strafbefehl über 600 Euro Die erwerbsunfähige Bielefelderin erhielt einen Strafbefehl über 600 Euro. Gegen diesen legte sie Einspruch ein und der Fall landete vor dem Amtsgericht. In der Verhandlung am Dienstag erklärte Verteidiger Rüdiger Hexel den damaligen Gemütszustand seiner Mandantin: „In solchen depressiven Episoden geht es ihr darum, jemanden zu sprechen. Und Polizei und Feuerwehr sind immer erreichbar. Dann schaltet sie völlig aus, dass sie damit die Leitungen blockiert." Richter Jan-Hendrik Haarmann machte der 46-Jährigen deutlich, dass ein derartiges Verhalten nicht akzeptabel sei: „Die Leitungen müssen frei sein für Menschen, die sich wirklich in – auch lebensbedrohlichen – Notlagen befinden." Darüber hinaus sei bei einer derartigen Anzahl von Missbräuchen „der Strafbefehl äußerst generös". Nach kurzer Beratung mit ihrem Verteidiger nahm Maria F. den Einspruch zurück und akzeptierte den Strafbefehl.

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