Mit der Fackel voraus: Die Kita Brake ist an der Reihe. Finn (6) läuft um die bunten Verkehrshütchen. Teamgeist ist gefragt – seine Kitafreunde warten schon gespannt auf ihren Einsatz. - © Andreas Zobe
Mit der Fackel voraus: Die Kita Brake ist an der Reihe. Finn (6) läuft um die bunten Verkehrshütchen. Teamgeist ist gefragt – seine Kitafreunde warten schon gespannt auf ihren Einsatz. | © Andreas Zobe

Mitte Volles Haus: 808 Nachwuchssportler messen sich bei Kinderolympiade

Das zehnte Mal hatten die Deutsche Olympische Gesellschaft und die Stadt zu den Spielen eingeladen

Ariane Mönikes

Mitte. Olivia (5) und Piet (6) beißen feste zu. Die beiden haben Brote mitgebracht, denn wer sportlich vorne mit dabei sein will, braucht Energie. Gleich geht’s los für die Kinder der Kita Lämershagen, der Hindernisparcours steht an. Die Aufregung ist groß. Zum zehnten Mal veranstalten die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) und das Amt für Jugend und Familie der Stadt Bielefeld die Kinderolympiade mittlerweile. Kinder, die eine städtische Kita besuchen und in diesem Sommer in die Schule kommen, machen mit. „In diesem Jahr sind es 808", sagt Karl-Heinz Plischke von der DOG. Wer am Ende gewinnt, sei nicht entscheidend, sagt er. „Der olympische Gedanke steht im Vordergrund." Es gehe um Fairplay, Teamgeist und Völkerverständigung. Finn (6) übergibt die Fackel – natürlich ohne echtes Feuer – an Noah (6). Dann sprintet der los. Die beiden Jungen sind für die Kita Brake im Einsatz, einheitlich im hellblauen T-Shirt, auf dem Rücken der Name der Kita. So muss das sein, wenn man als Team antritt. Am Rand notiert Hamila Derwisch, wer als nächstes an der Reihe ist. Nichts wird hier dem Zufall überlassen, alles ist durchorganisiert. Derwisch macht eine Ausbildung zur Kinderpflegerin am Maria-Stemme-Berufskolleg. Dessen Schülerinnen packen mit an, Derwisch ist das zweite Mal dabei. „Eine schöne Sache für die Kinder", sagt sie. Laut Gesundheitsbericht der Stadt zum Thema Adipositas, also der krankhaften Ansammlung von Körperfett, hat es einen Anstieg der Adipositasrate bei Einschulkindern auf 4 Prozent in Bielefeld gegeben. „Danach sind die Kinder auch platt" Zehn Jahre zuvor lag sie noch bei 3,2 Prozent (die NW berichtete am 23. Februar). Die Kinderolympiade soll nicht nur Spaß machen, sie soll auch dazu animieren, sich zu bewegen, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger. In Bielefeld seien die Zahlen im Vergleich zu anderen Städten zwar noch nicht alarmierend, aber eben schlechter geworden. Deshalb gibt es ergänzend zum Sportangebot Info-Stände zu gesunden Nahrungsmitteln. Jugendamtsleiter Georg Epp: „Bewegung und Ernährung gehören zusammen." Die kleine Sophia (6) aus der Kindertagesstätte Butterkamp ist am schnellsten. Sie hat den Gummi-Ring als erste aus ihrem Team in die Sprungkiste geworfen. 17.59 Sekunden braucht ihr Team. Nicht so schlecht. Von 9.30 bis 14.30 Uhr gehen die Wettkämpfe traditionell. „Danach sind die Kinder auch platt", sagt Karl-Heinz Plischke. 8.000 Kinder hätten in den vergangenen zehn Jahren an den Wettkämpfen teilgenommen. Drei Kitas, die Kita Brock, die Kita Hagenbrock und die Kita Stettiner Straße, sind mit in der Organisation. Für Natalie Heidbreder, Leiterin der Kita Brock, eine Menge Arbeit. „Das ist schon eine große Aufgabe, so eine Veranstaltung zu organisieren." Sie und ihre Kolleginnen aber würden es gerne machen. Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung wieder stattfinden. Laut Georg Epp hätte es auch Anfragen von einigen der nichtstädtischen Kitas gegeben. Organisatorisch aber sei es nicht möglich, das Teilnehmerfeld noch wachsen zu lassen.

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