Historische Funde: Filialleiter Dennis Wemhöner hat die Wandzeitungen beim Aufräumen auf dem Boden der Sparkasse entdeckt. - © Sylvia Tetmeyer
Historische Funde: Filialleiter Dennis Wemhöner hat die Wandzeitungen beim Aufräumen auf dem Boden der Sparkasse entdeckt. | © Sylvia Tetmeyer

Brake Historischer Fund: Braker Geschichte auf Holztafeln

Dennis Wemhöner, Leiter der Sparkassenfiliale, entdeckte den Schatz. Er vermutet, dass es sich um eine Wandzeitung handelt

Brake. „Es sieht so aus, als sei es eine große Zeitung aus Holz", sagt Dennis Wemhöner. Der Leiter der Sparkassenfiliale hat die 80 mal 60 Zentimeter großen Tafeln beim Aufräumen auf dem Dachboden des Geldinstitutes gefunden. Er informierte Siegfried Weber vom Heimatverein. „Wir freuen uns über diesen historischen Fund und wollen ihn in unseren Räumen präsentieren", versichert der Vereinsvorsitzende. Auf einer der Holztafeln, die ihren Platz lange Zeit in der Filiale hatten, ist die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde dargestellt, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Dazu sind Zeichnungen zu sehen. Auf zwei weiteren Tafeln geht es um die Firmen und ortsansässigen Handwerksbetriebe. Eine Jahreszahl lässt vermuten, dass die Exponate 1972 angefertigt wurden. Der verwendete Schrifttyp erinnert eher an Texte aus dem Mittelalter. Der älteste Name, der dort auftaucht, ist „Hellemann und Co." Der Betrieb wurde 1880 gegründet. „Bis vor zehn Jahren gab es am Standort das grüne Warenhaus" berichtet Weber. Früher seien die Kunden aus der ganzen Region gekommen, um Dünger und Kartoffeln abzuholen. Der Vorsitzende des Heimatvereins hat bei der Güterabfertigung der Bahn gearbeitet und weiß, dass die Firma einen eigenen Gleisanschluss hatte. Bekannt ist auch das Reiseunternehmen Mietrach, das 1935 gegründet wurde. Die Wiege der Bäckerei Rolf steht ebenfalls in Brake. Helmut Rolf hieß der Gründer 1927. Heute gibt es mehrere Filialen im Bielefelder Norden. Die Firma Hellemann hatte einen eigenen Gleisanschluss Weitere Namen wie der Bestatter Niehaus oder der Zimmermeister Barczewski sind ebenfalls noch in aller Munde. "Sparkassen waren ja früher auch Mittelpunkte des Ortes. Alle mussten dort hin. Man wollte die ortsansässige Wirtschaft repräsentieren" Die meisten existieren jedoch nicht mehr. Siegfried Weber hofft, dass es Zeitzeugen gibt, die etwas über die Firmen erzählen können: „Vielleicht sind ja auch noch Bilder vorhanden." Egon Wiechmann war in den 1960er Jahren Filialleiter an der Braker Straße. 1998 ging er in den Ruhestand. „Er kann sich noch daran erinnern, dass sich die Tafeln im Foyer befanden", sagt Wemhöner. Scharniere, die bis heute am Rahmen angebracht sind, lassen den Schluss zu, dass man die Tafeln wie ein Zeitung aufklappen konnte. Eine sei vermutlich als schwarzes Brett genutzt worden, weil sie einen dunklen Hintergrund habe und keine Texte aufweise. „Sparkassen waren ja früher auch Mittelpunkte des Ortes. Alle mussten dort hin. Man wollte die ortsansässige Wirtschaft repräsentieren", meint der Filialleiter. Zudem seien im Haus Neuigkeiten ausgetauscht worden. Für Siegfried Weber ist die Spende etwas Besonderes. Zwar bekomme der Heimatverein häufig Bücher oder Bilder angeboten, einige Sammler würden jedoch auch Geld für ihre Schätzchen verlangen. „Wir werden die Fundstücke entweder an die Wände unserer Heimatstube hängen oder am Treppenaufgang anbringen", erläutert der Vorsitzende. ´ Wer Informationen oder Fragen zu den Firmennamen hat, kann sich unter Tel.: 77 53 9 melden.

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