Paradies für Kinder: Der Garten der Uni–Kita bietet viel Platz und Spielgeräte wie Rutsche, auf der sich Noah und Adam (v.l.), in Position gebracht haben. Zwischen den Bäumen im Hintergrund ist ein Stück vom Unihauptgebäude zu sehen. - © Andreas Zobe
Paradies für Kinder: Der Garten der Uni–Kita bietet viel Platz und Spielgeräte wie Rutsche, auf der sich Noah und Adam (v.l.), in Position gebracht haben. Zwischen den Bäumen im Hintergrund ist ein Stück vom Unihauptgebäude zu sehen. | © Andreas Zobe

Bielefeld Kita für Kinder von Bielefelder Studenten eröffnete vor 20 Jahren

Ansgar Mönter

Bielefeld. In den 1990er Jahren bemerkte die Gesellschaft, dass eigene Eigenrichtungen für die Kinder von Studenten eine gute Idee wären. Denn die Zahl der Studentinnen stieg, die Zahl der Eltern an Hochschulen auch. Sie brauchten besondere Betreuungszeiten und möglichst eine Nähe zur Hochschule. 1997 schließlich – nach Jahren der Beratung und des Suchens nach Finanzierungsmöglichkeiten – eröffnete in Bielefeld die erste Kita dieser Art. Jetzt feiert die Uni-Kita an der Morgenbreede ihr 20-jähriges Bestehen. Mittlerweile sind die Familienangebote an der Uni Bielefeld vielfältig. Die Hochschule hat das Zertifikat „Familiengerechte Hochschule" mehrfach verliehen bekommen. Das gibt es für die Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie. Ein wichtiges Kriterium dafür sind die 80 Betreuungsplätze für Studenteneltern in der Uni-Kita. In fünf Gruppen aufgeteilt werden sie von einem Personalstamm von 24 Erzieherinnen und Erzieher betreut – und zwar seit 1997 von 7.30 bis 17 Uhr. „Damals waren diese Zeiten ungewöhnlich, aber wir haben uns immer an den Vorlesungszeiten und Seminarzeiten orientiert", sagt Barbara Budde-Brand, seit der ersten Stunde Leiterin der Einrichtung in Trägerschaft des Bielefelder Studierendenwerks, der inzwischen Träger dreier Einrichtungen ist: neben der Uni-Kita, die Kita am Voltmannshof (2005 eröffnet) und das so genannte Kinderzimmer (2010). In der Uni-Kita in in den zwei Jahrzehnten vieles gleich geblieben – und zugleich hat sich einiges verändert. Geblieben sind neben der Leiterin zahlreiche Erzieherinnen der ersten Stunde, geblieben ist auch die Vielfalt der Kinder, „zeitweise haben wir hier 26 verschiedene Herkunftsländer gezählt", erzählt Budde-Brand. Damit kann die Kita gut arbeiten, darin ist sie geübt. „Wir praktizieren von Anfang an alltagsintegrierte Sprachförderung", sagt die Leiterin. Geändert hat sich aber auch was. Mittlerweile besprechen die Pädagogen Probleme mit den Kindern oder familiäre Auffälligkeiten individuell mit den Eltern. Vor 20 Jahren wurde das noch oft in großer Runde gemacht. Heute, sagt Barbara Budde-Brand, sei öfter zu beobachten, dass bei der Erziehung der Kinder durch die Eltern „alles auf Bedürfnisbefriedigung hinausläuft". Sie sieht das kritisch, weil „die Kinder es dadurch schwer haben, sich zu regulieren oder mit Frust klar zu kommen." Da seien Gespräche gefordert, „aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger", wie Budde-Brand sagt. Denn in der Uni-Kita, der ersten Adresse für Studentenkinder, sind Personal und Eltern vor allem Partner für das Wohl der Kinder.

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