Dialog in der Raspi: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach mit Regina Kopp-Herr (l.), Christine Kampmann und Georg Fortmeier über die Eindrücke aus der Arbeitswelt und stellte zentrale Wahlaussagen vor. Das Team von Spiegel-Online filmte. - © Andreas Frücht
Dialog in der Raspi: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach mit Regina Kopp-Herr (l.), Christine Kampmann und Georg Fortmeier über die Eindrücke aus der Arbeitswelt und stellte zentrale Wahlaussagen vor. Das Team von Spiegel-Online filmte. | © Andreas Frücht

Bielefeld Kandidaten als Praktikanten

Joachim Uthmann

Bielefeld. Christina Kampmann beim Hauspflegeverein, Regina Kopp-Herr im Stadttheater und Georg Fortmeier im Seniorenstift - die drei Bielefelder Landtagskandidaten der SPD absolvierten als "Praktikanten" einen "Praxistag" in der Arbeitswelt. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ließ sich am Abend in der Ravensberger Spinnerei die Eindrücke schildern - und stellte vor rund 280 Zuhörern ihr Wahlprogramm vor. Der Einblick in den Arbeitsalltag der Angestellten soll helfen, dass die SPD zur Landtagswahl am 14. Mai Wähler mobilisiert. Im Dialog am Stehpult mit den Kandidaten und auf Fragen aus dem Publikum erklärte Kraft die Schwerpunktthemen ihrer Partei, um erneut die Regierungsmehrheit zu schaffen: Soziale Absicherung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und angemessene Bezahlung. Der SPD-Wahlkampf läuft unter dem etwas schwer lesbaren Motto "NRWIR mit Hannelore Kraft". Die Ministerpräsidentin moderierte, hörte zu, was die Kandidaten in den Einrichtungen erlebt hatten, brachte eigene Erfahrungen aus Besuchen in Betrieben ein und versuchte daraus politische Schlüsse zu ziehen. So berichtete Kopp-Herr, wie schwierig es eine Maskenbildnerin mit einem fünfjährigen Kind hat, Betreuung und Arbeit unter einen Hut zu bringen. "Da ist viel Flexibilität nötig", sagte Kopp-Herr auch mit Blick auf Kampmann. Die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport griff den Punkt auf und sagte: "Das ist eines der wichtigsten Ziele des neuen Kita-Gesetzes, die Öffnungszeiten in den Kindergärten zu flexibilisieren." Die Stärkung der ambulanten Pflege und der Quartiere in den Städten nannte die Runde ebenso als wichtige Themen wie die Förderung bezahlbaren Wohnraums, des öffentlichen Nahverkehrs und den Ausbau der Informationstechnologie. Beim umstrittenen Thema Medizinerausbildung sagte Fortmeier deutlich: "Eine Medizinische Fakultät brauchen wir in Bielefeld nicht." Da seien andere praktische Lösungen sinnvoll. Aus der Runde mit Fragen, die die Zuhörer auf Kärtchen formulieren durften, standen der Verkehr und die Flüchtlingsfrage mit im Mittelpunkt. Kraft: "Wir geben in NRW 4,5 Milliarden des 70 Milliarden-Euro-Etats für Integration aus, nehmen dafür niemanden etwas weg, sondern bauen eher die Schulden langsamer ab."

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