Ein Jäger aus Bielefeld soll im Mai 2016 eine Kuh erschossen haben. Jetzt wehrt sich der Mann gegen die Entziehung seiner Jagdlizenz. - © Symbolfoto: dpa
Ein Jäger aus Bielefeld soll im Mai 2016 eine Kuh erschossen haben. Jetzt wehrt sich der Mann gegen die Entziehung seiner Jagdlizenz. | © Symbolfoto: dpa

Bielefeld Bielefelder Jäger erschießt eine Kuh und will trotzdem seinen Jagdschein zurück

Klage vor dem Verwaltungsgericht: Die Stadt entzog dem Mann für drei Jahre die Jagdberechtigung, weil er Sicherheitsmaßnahmen missachtet habe

Jens Reichenbach

Bielefeld/Minden. Ein Jäger klagt jetzt vor dem Verwaltungsgericht in Minden auf die Rückgabe seines Jagdscheins. Dieser war ihm laut Gerichtssprecherin Imke Decker entzogen worden, nachdem er im Mai 2016 als Gast eines Jagdpächters im niedersächsischen Ahe-Kohlenstädt eine Kuh erschossen hatte. Die Untere Jagdbehörde der Stadt Bielefeld erklärte daraufhin im Herbst seinen Jagdschein für ungültig und ließ diesen einziehen. Die Begründung der Stadt: Der Jäger sei im jagdrechtlichen Sinne unzuverlässig, so Decker. Der Bielefelder wehrt sich nun am 24. April vor dem Verwaltungsgericht gegen diese Entscheidung: Er habe, so seine Begründung, auf das letzte Tier einer Wildschweinrotte angelegt, dieses aber verfehlt. Als er nachsah, lag im hohen Gras - etwas entfernt - eine tote Kuh, berichtet Decker. "Leichtfertige und grob fahrlässige Schussabfertigung" Dem Kläger zufolge sei das Tier hinter der Rotte im Gras nicht zu sehen gewesen - ein Unfall also und keine Verwechslung, betont der Bielefelder. Außerdem habe er den Schaden des Bauers ausgeglichen und habe sowohl zum Pächter als auch zum Bauern weiterhin ein gutes Verhältnis. Die Untere Jagdbehörde sieht in der Begründung des Klägers keine Verbesserung seiner Situation: Selbst wenn keine Verwechslung vorliege, sei die Schussabfertigung trotzdem leichtfertig und grob fahrlässig gewesen, sagt Decker. Der Jagdschein kann bis zu fünf Jahre lang entzogen werden. Imke Decker erklärt: "Vor dem Schuss muss ein Jäger sicherstellen, dass das Vorder- und Hintergelände sowie der Kugelfangbereich frei ist." Das heißt, dass keine größeren Felsen oder Bäume im Weg sein dürfen, von denen Kugeln abprallen können, heißt es. Über diese Sicherheitsmaßnahmen soll sich der Jäger hinweggesetzt haben, argumentiert die Stadt. Außerdem habe der Jagdpächter seinen Gast in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass auf der Weide Kühe zu erwarten seien. Der Kläger widerspricht auch dieser Aussage: Er sagt, er habe so eine Warnung nicht erhalten. Akz.: 8 K 4885/16

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