Raum für Zusammenarbeit: In der Founders Foundation sitzen Startup-Unternehmer gemeinsam an einem langen Tisch. Wirtschaftsminister Garrelt Duin (3.v.r.) lässt sich von Tobias Pfaff und Eyüp Aramaz (v.r.) die Software „FoodTracks" erklären. - © Christian Weische
Raum für Zusammenarbeit: In der Founders Foundation sitzen Startup-Unternehmer gemeinsam an einem langen Tisch. Wirtschaftsminister Garrelt Duin (3.v.r.) lässt sich von Tobias Pfaff und Eyüp Aramaz (v.r.) die Software „FoodTracks" erklären. | © Christian Weische

Bielefeld Wirtschaftsminister Garrelt Duin zu Besuch in Bielefeld

Startups: Founders Foundation hatte zum Gespräch über Kooperationen zwischen jungen Internetfirmen und dem Mittelstand eingeladen

Bielefeld. Tosten Bendlin hat nach 20 Jahren seinen Job als Einkaufsleiter in der Möbelbranche und damit drei Viertel seines Einkommens aufgegeben. Denn der 47-Jährige hat eine Idee. Jedes Jahr verliere die Industrie Milliarden Euro, weil Einkaufsprozesse nicht optimal laufen. Um das zu ändern, hat er eine Software entwickelt, mit der Einkäufer, Lieferanten und Berater gemeinsam an Verbesserungen arbeiten und diese schnell und einfach umsetzen können. Torsten Bendlin ist Start-up-Unternehmer geworden. Geldgeber und erste Kunden für sein Unternehmen „valuedesk" hat er bereits gefunden. Sein Arbeitsplatz ist die Founders Foundation am Oberntorwall. Dort sitzen in einer Art Großraumbüro vor allem junge Leute mit frischen Ideen für Internetanwendungen. Sie arbeiten daran, ihre Konzepte an den Markt zu bringen. In der von der Bertelsmann-Stiftung finanzierten Einrichtung wird eine neue Unternehmergeneration gefördert. Geschäftsführer Sebastian Borek spricht von einem Experimentierraum: Startups erhalten Hilfe bei der Suche nach Startkapital und dabei, aus Ideen Geschäftsmodelle zu machen. Es geht auch darum, Konzepte neu zu justieren, bevor sie scheitern. „Wir suchen Leute, die auch bereit sind, ihre Ideen zu verändern", sagt Borek. Für NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin passen Einrichtungen wie die Founders Foundation genau in die Strategie der Landesregierung, die innovative Unternehmen voran bringen will. Es gehe um Köpfe, Kapital und Kooperation. Garrelt Duin kam von einem Besuch in der Fachhochschule der Mittelstandes zur Founders Foundation. An der FHM hatte zuvor er erste Ergebnisse einer von ihm initiierten Studie zum Stand der Digitalisierung in der mittelständischen Wirtschaft in NRW vorgestellt. 15.000 Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern hat die private Hochschule im Zuge eines Forschungsprojektes befragt, das noch bis Ende April läuft. Digitale Technologien, so zeichnet sich ab, spielen in kleinen und mittleren Firmen fast keine Rolle. Zudem fehle oft das Fachpersonal. Duin sprach von „alarmierenden Signalen". Einrichtungen wie die Founders Foundation seien nicht nur Orte, an denen sich Geldanleger umsehen, sondern auch ideal, um um Startups und den Mittelstand zusammen zu bringen. „Startup-Unternehmer für einige Monate zu holen, ist für Mittelständler eine Chance, ihre eigenen Ansätze zu hinterfragen, um in die nächste Phase der technologischen Entwicklung zu kommen", sagt der Minister. Startups seien wichtig für die Wirtschaft des Landes. Duin: „Wachstum basiert immer auf Innovationen und dafür stehen Startups ja gerade." Immer mehr Unternehmen kooperierten mit jungen, technologie-orientierten Gründern, ohne sie gleich fest ins Haus zu holen: „Man lässt sie bewusst draußen, damit sie ihre Kreativität entfalten können und nicht in alte Hierarchien eingebunden werden."

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