Vor Ort: Kathrin Vogelsänger, Grit Wilmsmeier, Pia und Lily Schäfer, Frauke Leßmann, Julia Schäfer und Petra Klatt (von links) beim Tag der offenen Tür. - © Andreas Frücht
Vor Ort: Kathrin Vogelsänger, Grit Wilmsmeier, Pia und Lily Schäfer, Frauke Leßmann, Julia Schäfer und Petra Klatt (von links) beim Tag der offenen Tür. | © Andreas Frücht

Bielefeld Tag der offenen Tür: Anmeldung zur Sekundarschule in Bethel möglich

Sekundarschul-Befürworter erheben schwere Vorwürfe

Dennis Rother

Bielefeld. Es war auf den ersten Blick ein ganz normaler Tag der offenen Tür der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schulen (FvBS) am Samstag. Hunderte Eltern und Kinder kamen. Sekundarschulleiter Jan Busch, Schüler und Lehrer standen Rede und Antwort, es gab Rundgänge und Anschauungsunterricht. Laut aktuellem Stand bleibt die Schule ein Jahr länger erhalten als ursprünglich geplant (die NW berichtete), also sind Anmeldungen möglich. Aber das Aus war dennoch das alles überragende Thema. Das Schulkonzept mit längerem, inklusiven Lernen, das überzeugt Eltern nach wie vor - das wurde am Samstag schnell klar. "Das ist OWL-weit außergewöhnlich, daher fällt unsere Entscheidung trotz allem leicht", sagten etwa die Stieghorster Martin und Helen Richter, die Tochter Ina im Schlepptau hatten. "In Verruf" ist laut Christian Gerber, dessen Sohn Lucas ebenfalls vorm Schulwechsel steht, ohnehin nur Bethel als Institution geraten, "nicht die Schulform. Umso bitterer ist die Entscheidung für den Schulstandort Bielefeld. Das hallt nach". Aber die Eltern der Sekundarschüler kämpfen. Das Bündnis "Sekundarschule bleibt" um die FvBS-Schulpflegschaftsvorsitzende Jutta Fedrowitz sowie Julia Schäfer, die die gleiche Position an der Martinsschule innehat, machte Bethel erneut Vorwürfe. Bei den zehn Millionen Euro, die laut dem Träger für den Sekundarschul-Erhalt zusätzlich investiert werden müssten, seien anders als vom Bethel-Vorstand verkündet auch laufende Kosten enthalten, etwa Lehrergehälter. Der Vater eines Sekundarschulkindes habe das den Verantwortlichen am Runden Tisch im Dezember nachgewiesen. Bethel-Vertreter hätten daraufhin eingeräumt, dass bisherige Behauptungen schlicht falsch waren. "13 Wochen wurden also alle getäuscht", hieß es vom Bündnis. Das Problem der laufenden Kosten wird nun im "Ring", Bethels Haus-Zeitschrift, in der Januar-Ausgabe erstmals erwähnt. Am Runden Tisch habe Bethel die Anwesenden auch informiert, dass "laut Vorstandsbeschluss kein Cent mehr als zehn Millionen Euro für Schulen ausgegeben werden dürfe" und es "Finanzierungssicherheit auf 30 Jahre" geben müsse. Laut dem Bündnis eine unüberwindbare Hürde.

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