Günther Jauch - © dpa
Günther Jauch | © dpa

Bielefeld Wer wird Millionär: Verstecktes Casting in Bielefeld

Mit versteckter Kamera wartete ein RTL-Team an der "verhexten" Parkhausschranke im Neuen Bahnhofsviertel. Fünf clevere Ostwestfalen schafften es in die Sendung am Donnerstag

Jens Reichenbach

Bielefeld. So viele Bielefelder gab es noch nie bei Günther Jauchs Quizsendung "Wer wird Millionär?". Am Donnerstag um 20.15 Uhr sind gleich drei Bielefelder und eine Uni-Studentin, die in Steinhagen lebt, gleichzeitig in der beliebten Quizsendung zu sehen. Der Grund dafür ist ein ungewöhnliches Kandidaten-Casting mit versteckter Kamera an einer Parkhausschranke im Neuen Bahnhofsviertel. 18. Oktober 2016: Das Parkhaus an der Joseph-Massolle-Straße ist an jenem Herbstferientag gut gefüllt. Es herrscht dort reges Rein und Raus. Doch gegen Mittag kommt es an der Ausfahrtsschranke zu Problemen: "Ihr Parkticket konnte nicht richtig gelesen werden. Beantworten Sie bitte diese drei Fragen." Die Stimme kommt den verdutzten Autofahrern bekannt vor? War das Günther Jauch? Doch lange Überlegen können die Fahrer nicht. Etwas ist komisch. Warum sind da Blaulichter installiert? Plötzlich tauchen Cheerleader auf und springen um das Fahrzeug. Konfetti fliegt in die Luft. Auch Catwoman, ein Glückshase und ein singender Entertainer sind mit von der Partie. Ohne ihr Zutun sind die Parkhausnutzer in ein verrücktes Kandidaten-Casting geraten. Sogar das TV-Team kommt aus Bielefeld Seit 1999 wird "Wer wird Millionär?" bereits ausgestrahlt. Um sich nach so langer Zeit immer wieder neu zu erfinden, setzt die Produktionsfirma Endemol inzwischen auf sogenannte "Specials". Morgen etwa wird um 20.15 Uhr das "Undercover"-Special ausgestrahlt. Das Besondere: Der Sender sucht jetzt die Teilnehmer aus. Man könnte die Folge auch das Bielefeld-Special nennen. Denn selbst das TV-Team kommt aus Bielefeld: Nils Laschin und Christian Keller arbeiten mit ihrer Produktionsfirma "Gänsehaut Medien" viel für Kölner Auftraggeber. "Bei 'Wer wird Millionär?' ist eine neue Phase angebrochen. Wir produzieren für die ein bis zwei Geschichten pro Monat", erklärt Laschin. Als der Sender den Wunsch äußerte, in einem Parkhaus versteckt Kandidaten zu suchen, hatte der Regisseur schnell den perfekten Drehort gefunden. 40 bis 50 Crewmitglieder mussten sich an jenem Oktobertag in dem Parkhaus verstecken. In einem kleinen Servicebüro saß Laschin, schickte per Mikro die Komparsen los und spielte im richtigen Moment die Stimme von Günther Jauch vom Band ab. "40 bis 50 Autofahrer haben wir an diesem Tag überrascht." Zwei Autofahrer reagierten gar nicht amüsiert Der TV-Profi fand es schön zu sehen, wie sich seine als spröde verschrienen Landsleute dabei präsentiert haben: "80 Prozent haben richtig toll reagiert. Das hat Spaß gemacht." Der Output für die Show sei besser als gedacht gewesen, gibt er zu. Einige hätten noch sehr gut umgeschwenkt, als das Rätsel aufgelöst wurde. Nur bei ein bis zwei Männern sei es gefährlich geworden. "Die wollten uns rückwärts über den Fuß fahren." Die fünf Autofahrer, die die drei Quizfragen mit Humor, Gelassenheit und Allgemeinwissen am besten gemeistert und dabei auch Showtalent bewiesen haben, sind Donnerstagabend zu sehen. Drei davon sind nach Angaben von RTL-Sprecher Frank Rendez Bielefelder, zwei kommen aus Steinhagen. Wer von ihnen es zu Günther Jauch auf den Ratestuhl schafft, wird nicht verraten. Wer wird Millionär macht seine Fans auf der eigenen Facebook-Seite allerdings schon mit der Biologie-Studentin Beatrice Windmöller neugierig. Doch eines ist sicher: "Die Kandidaten haben auch im Studio einen echt guten Auftritt hingelegt", sagt Laschin. Und die Szenen aus dem Parkhaus werden natürlich auch zu sehen sein. Rendez ist sich sicher: "Deutschland ist voll von potenziell unterhaltsamen und schlauen Kandidaten. Doch viele würden nie auf die Idee kommen, sich zu bewerben. Auf die kommen wir jetzt direkt zu." Hier gibt es die ersten Videosequenzen von dem verrückten Casting im Parkhaus zu sehen.

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