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Bielefeld Jobmesse: Was man leisten muss, um einen guten Job zu bekommen

Tausende Besucher informierten sich über 5.180 Job-Möglichkeiten

Ariane Mönikes

Bielefeld. Sie buhlen um junge Auszubildende und erfahrene Fachkräfte, locken mit frischen Brötchen oder knackigen Äpfeln an ihren Stand: 90 Unternehmen haben sich bei der zwölften Jobmesse in der Stadthalle präsentiert. Sie wissen, wenn sie guten Nachwuchs wollen, müssen sie den Bewerbern etwas bieten. Geld alleine ziehe allerdings heute nicht mehr, sagt Marc-Andre Kolbe, Personalreferent beim Küchenhersteller Nobilia in Verl. "Wer gute Fachkräfte halten oder neue gewinnen möchte, muss etwas anderes bieten", sagt er. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen oder Kinderbetreuung könne man heute punkten. "Die Bewerbungen flattern heute nicht mehr so rein wie früher, denn auch andere Unternehmen zahlen gutes Geld." Aber auch die Bewerber müssten sich ins Zeug legen, um sich von anderen abzuheben. Die Neue Westfälische hat sich auf der Messe umgehört, worauf es ankommt. Interesse "Man muss schon hierher kommen und sich informieren", sagt Bürgermeisterin Karin Schrader, die die Jobmesse eröffnete. "Von alleine passiert nichts, die Initiative muss vom Bewerber ausgehen." Ist dann die Einladung zum Vorstellungsgespräch da, reiche es nicht aus, schnell noch das Unternehmen zu googeln und sich grob zu informieren, sagt Ute Diekmann aus der Personalabteilung des AWO-Bezirksverbands OWL. "Das Interesse am Unternehmen muss schon da sein." Der Bewerber sollte wissen, wo er sich bewirbt und sich mit der Unternehmenskultur und dem Leitbild vertraut machen. Originelle Ideen Wer sich in einer Werbeagentur bewirbt, kommt mit einer Standard-Bewerbung im braunen Umschlag nicht weit, sagt Frederika Braunwarth von der Agentur "Treu" in Bad Salzuflen. "Wer auffällt, hat bessere Chancen." Mit einem Bewerber-Video oder einem besonderen Layout würde man weit vorne liegen, weiß sie. Bei der AWO ist das Anschreiben ein Muss. Das muss prägnant und lesenswert sein, sagt Ute Diekmann. Zeitmanagement "Viele Bewerber informieren sich zu spät", sagt Vanessa Krempf aus der Zentralen Studienberatung der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Bei etlichen Studiengängen sei ein Praktikum Voraussetzung. Wer sich zu spät kümmere, bekomme häufig weder einen Praktikums- noch einen Studienplatz, sagt sie. Wer Architektur studieren möchte, müsse acht Wochen nachweisen, im Studiengang Medienproduktion ebenfalls acht. Und auch die Bewerbungsfrist müsse eingehalten werden: Für das Wintersemester 2017/18 müssen die Bewerbungen bis zum 15. Juli eingegangen sein. Leidenschaft "Das Fachwissen vermitteln wir, die Begeisterung für den Beruf aber muss der Bewerber mitbringen", sagt Thomas Pollmeier, Chef der Bäckerei Lechtermann Pollmeier. Ab 2017 bildet er auch Konditoren aus. Die haben die Möglichkeit, das Unternehmen bei einem Praxistag kennenzulernen. Denn auch wenn man Lust auf einen Job habe, muss das Unternehmen zu 100 Prozent zum Bewerber passen. Teamfähigkeit "Wer aufgeschlossen ist, hat bei uns gute Karten", sagt Laura Landwehrmann, die beim Süßwarenhersteller Storck eine Ausbildung zur Industriekauffrau macht. Am Messestand bekomme man sehr schnell einen Eindruck davon, wie der Bewerber tickt. "Er muss ins Team passen." Auftritt "In die Bewerbungsunterlagen gehört nicht zwingend ein Foto", sagt Jens Kollmann aus der Goldbeck-Personalabteilung. Aber wenn, dann müsse es professionell gemacht sein. Wie sich Bewerber dann beim Vorstellungsgespräch präsentieren, hänge vom Job ab, sagt seine Kollegin Karin Mikat. "Wer eine Ausbildung zum Metallbauer machen will, muss nicht im Anzug zum Vorstellungsgespräch kommen", sagt sie. Auf ein gepflegtes Äußeres werde aber Wert gelegt.

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