Englischsprachige Anrufer versuchen ihre Opfer dazu zu bringen, eine Software zu installieren. Statt der Lizenzverlängerung ist aber mit schwerem Schaden für den PC-Besitzer zu rechnen. - © dpa
Englischsprachige Anrufer versuchen ihre Opfer dazu zu bringen, eine Software zu installieren. Statt der Lizenzverlängerung ist aber mit schwerem Schaden für den PC-Besitzer zu rechnen. | © dpa

Bielefeld Fiese Masche: Polizei warnt vor den Anrufen vermeintlicher Microsoft-Support-Agenten

Opfer sollen Software auf ihrem Rechner installieren, um eine Lizenz zu verlängern. Stattdessen greifen die Täter nun auf sensible Bankdaten zu

Jens Reichenbach

Bielefeld. Die Polizei warnt vor einer Betrügermasche, mit der die Bielefelder in den vergangenen Wochen wieder vermehrt konfrontiert wurden. Nach Angaben von Polizeisprecherin Hella Christoph erstatteten mehrere Betroffene zuletzt Anzeige, nachdem sie von vermeintlichen Microsoft-Telefonagenten über den Tisch gezogen wurden. "Die Betrugsmasche ist an die bekannten Enkel-Trick-Betrugsversuche angelehnt und beginnt mit einem meist englischsprachigen Anrufer", erklärt Hella Christoph. Diese Anrufer geben sich als Microsoft-Support-Mitarbeiter aus und weisen ihre Opfer auf eine vermeintlich notwendige Lizenzverlängerung des Microsoft-Betriebssystems hin. Gegen eine Geldzahlung bieten die Täter eine Lizenzverlängerung für zwei oder fünf Jahre an - oder aber lebenslang. Geht das Opfer auf das Angebot ein, fordert der vermeintliche Microsoftmitarbeiter den Angerufenen auf, ein entsprechendes Fernzugriffsprogramm von einer Internetseite herunterzuladen und auf dem Computer zu installieren. Und hier wird es gefährlich! Mit diesem neu installierten Programm können die Täter auf den fremden Rechner zugreifen und weitere Manipulationen am PC des Geschädigten vornehmen. Dabei gehe es den Tätern um das Ausspähen von Bank- und Kreditkartendaten oder das Sperren des Computers. Außerdem soll das Opfer die Lizenzverlängerung natürlich auch bezahlen: Die Zahlung über mehrere hundert Euro soll nahezu immer über einen internationalen Zahlungsdienstleister wie zum Beispiel Western Union abgewickelt werden. Das Geld, das über diesen Weg überwiesen wird, ist nach Angaben von Hella Christoph "in den allermeisten Fällen verloren". Sie rät: "Beenden Sie derartige Telefonate sofort. Geben Sie keine sensiblen Daten am Telefon preis. Und installieren Sie keine Software, wenn Sie am Telefon dazu aufgefordert werden." Auch wiederholten Anrufversuchen sollte man nicht nachgehen und diese immer wieder beenden. Computerexperten der Kripo raten: "Ist bereits die Schadsoftware installiert, sollte der Betroffene seinen Computer sofort vom Internet trennen." Darüber hinaus ist es ratsam, den Rechner von einem Experten überprüfen zu lassen und Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Hinweise auf die Täter nimmt das Kriminalkommissariat 25 der Polizei Bielefeld entgegen unter Tel. (0521) 54 50.

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