Baustelle Flur- und Petristraße: Anwohnerin Gerti Wehmeier ärgert sich, dass aus dem Gebiet Petristraße drei Richtungen wegen der Bauarbeiten versperrt sind. - © Wolfgang Rudolf
Baustelle Flur- und Petristraße: Anwohnerin Gerti Wehmeier ärgert sich, dass aus dem Gebiet Petristraße drei Richtungen wegen der Bauarbeiten versperrt sind. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Von Baustellen eingekesselt: Anwohner im Bielefelder Osten sind sauer

Anlieger und Autofahrer genervt von Häufung der Sperrungen, Umleitungen und Sackgassen

Joachim Uthmann

Bielefeld. Gerti Wehmeier ist verzweifelt wie viele im Bielefelder Osten. "Jeden Morgen muss ich erst schauen, wo ich überhaupt noch herfahren kann." Denn seit vielen Monaten sind die Anlieger im Gebiet rund um die Petristraße von Baustellen eingekesselt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Und jetzt hat auch noch die dreijährige Baustelle auf der Heeper Straße begonnen. Sie verstehe ja, dass neue Kanäle und Leitungen verlegt werden müssten, sagt Wehmeier. Aber dass dafür gleich drei der vier möglichen Richtungen, um das Gebiet zu erreichen, gekappt werden, kann sie nicht nachvollziehen. Ein großer, gelber Sattelzug, der sich von der Eckendorfer Straße in die Feldstraße verirrte, musste lange in den engen Wohnstraßen rangieren, um wieder zurückzukommen. Die Anliegerin mit Galgenhumor: "Ich habe den Mitarbeiter im Verkehrsamt gefragt, ob ich bei ihm einen Helikopterführerschein machen könne." Genervt sind aber auch Anlieger kleinerer Wohnstraßen wie Zur Alten Gärtnerei, durch die verzweifelte Autofahrer ausweichen. Die Sackgassen und Hinweisschilder stehen teils direkt vor den Einfahrten, so dass sie von den seitlichen Zufahrtsstraßen schlecht zu erkennen sind. Die Folge: Immer wieder sind riskante Wendemanöver nötig. Den Ärger über die Ballung der Baustellen im Osten kann Jörg Lichtenberg, Teamleiter im Amt für Verkehr, teils verstehen. Das sei ein bisschen Zufall, aber es liege vor allem daran, dass nicht nur die Straßen dort marode seien, sondern auch all das, was unter der Erde liege. Kanäle, Leitungen und Kabel müssten ausgetauscht werden. Die Straße wird dann nur provisorisch hergerichtet und für das Aufbringen der Asphaltdecke erneut gesperrt. Der Untergrund könne sich noch setzen, es sei aber auch schwierig, die Arbeiten von Leitungsverlegern und Asphaltgießern genau abzustimmen. Jetzt kam zu den lang laufenden Baustellen Feld-, Petri- und Flurstraße auch noch die Fahrbahnsanierung der Finkenstraße kurzfristig hinzu. Dafür stand noch Geld aus dem Deckensanierungsprogramm zur Verfügung. Finkenstraße und die als Sackgasse abgebundene Straße Am Finkenbach werden bald wieder frei sein, erklärte Baustellenkoordinator Ralf Meier. Feld-, Flur- und Petristraße (an zwei Stellen) bleiben bis Jahresende betroffen. Und erst der Anfang wird auf der Heeper Straße gemacht, in der ein neuer Kanal verlegt wird. Zwischen Brüderpfad, Teutoburger und Mühlenstraße ist sie ganz dicht, von der Huberstraße aus nur noch Einbahn- bis zur Hermann-Delius-Straße. Drei Jahre lang wird sich die Baustelle durch die Heeper Straße abschnittsweise schieben.

realisiert durch evolver group