Wird zum Problem: Weil die Menschen immer länger und öfter auf ihr Handy schauen, entwickeln manche fiese Nackenschmerzen. - © Symbolfoto dpa
Wird zum Problem: Weil die Menschen immer länger und öfter auf ihr Handy schauen, entwickeln manche fiese Nackenschmerzen. | © Symbolfoto dpa

Bielefeld Ein neues Krankheitsbild etabliert sich: Der "Handy-Nacken"

Fünf von 1.000 Versicherten der Kaufmännischen Krankenkasse in NRW litten 2015 darunter

Bielefeld. Wer ständig auf sein Smartphone, Handy oder Tablet schaut, bekommt irgendwann Schmerzen im Nacken und in den Schultern. Die aktuelle Datenerhebung der Kaufmännischen Krankenkasse in Bielefeld zeigt: Betroffen vom Handy-Nacken ist auch NRW. Fünf von 1.000 Versicherten litten hier 2015 darunter, ist in einer Pressemitteilung zu lesen. Fünf Jahre zuvor waren es etwas mehr als vier von 1.000. Dies entspricht einer Steigerung von 17 Prozent. Der durchschnittliche Anstieg liegt bei der KKH bundesweit bei knapp 30 Prozent. In allen Bundesländern ist der Anteil der Frauen gegenüber den Männern höher, teilweise sogar doppelt so hoch, wie zum Beispiel in Berlin, Niedersachsen oder Thüringen. Die Medizin spricht in solchen Fällen vom Halswirbelsäulen-Syndrom, auch HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom genannt. Die daraus folgenden Schmerzen können zu einem eingeschränkten Bewegungsradius führen. Auch Kopfschmerzen und Gefühlsstörungen in den Händen und Armen können die Folge sein. Ob die Erkrankung überwiegend von der Nutzung der neuen Medien herrührt, ist wissenschaftlich zwar noch nicht belegt, Mediziner sehen aber durchaus einen Zusammenhang. „Wer ständig den Kopf hängen lässt, um das Display seines Smartphones, Tablets oder E-Books im Auge zu behalten, riskiert durch diese unnatürliche Haltung schmerzhafte Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich", sagt Silke Wesselkamp vom Serviceteam der KKH in Bielefeld. Doch wie lässt sich eine Überbelastung der Halswirbelsäule wirksam vermeiden? „Einfach auf Handy-, Smartphone- oder Tablet-Nutzung zu verzichten, wäre wirklich zu einfach und zudem realitätsfern", betont Wesselkamp. „Aber mit wenigen Übungen kann jeder für Entspannung sorgen."

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