Kunstwerk in Baustelle: Die Skulptur "Ohne Titel" ließen die Stadtwerke am Rand lagern, hinter Sandhaufen und Abfalleimer. - © NW
Kunstwerk in Baustelle: Die Skulptur "Ohne Titel" ließen die Stadtwerke am Rand lagern, hinter Sandhaufen und Abfalleimer. | © NW

Bielefeld Arbeiten verzögern sich: Klosterstraße bleibt weiter Baustelle

Stadtwerke buddeln weiter. Bezirkspolitiker sorgt sich um Skulptur

Joachim Uthmann

Bielefeld. Wasser, Fernwärme, Gas, Strom, Beleuchtung und Fernmeldekabel - an der Klosterstraße ist ein dickes Bündel Leitungen neu zu verlegen. "Das ist sehr, sehr eng", räumt Stadtwerke-Sprecherin Claudia Ohnezorg ein. Deshalb verzögere sich die Baustelle weiter. Statt Ende Oktober wird die Klosterstraße jetzt frühestens im November wieder freigegeben. Insgesamt laufen die Arbeiten an Klosterstraße und Oberntorwall bis Ende des Jahres. Es ist aber nicht nur die Dauer der Baustelle, die Unmut und Kritik auslöst. Bezirksvertreter Hartmut Meichsner sorgt sich um ein Kunstwerk, das seiner Ansicht nach nicht ordnungsgemäß abgesichert ist. Die Stadtwerke ließen die Stein-Skulptur "Ohne Titel" von Arne-Bernd Rhaue um fünf Meter an den Rand der Grünanlage versetzen, um an einen Fernmeldeschacht zu kommen. Da liegt die Skulptur auf Holzbohlen - aber ungeschützt neben einem großen Sandhaufen und einem Abfalleimer. "Da ist eine Beschädigung programmiert", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Mitte. Er informierte das Umweltdezernat. Nachdem Mitarbeiter des Umweltbetriebs vor Ort waren, erklärte Matthias Kricke, Referent der Umweltdezernentin, dass die Stadtwerke die Versetzung der Skulptur mit dem Immobilienservicebetrieb abgestimmt hätten. Sie solle jetzt zum Schutz auch "eingepackt" werden, ergänzte Ohnezorg. Außerdem sei vereinbart, dass "Ohne Titel" künftig zwei Meter versetzt wieder aufgestellt werde. Ohnezorg: "Denn an den Schacht müssen wir drankommen." Sie betont auch, dass die Skulptur erst später in den Grünzug am Oberntorwall gesetzt worden sei - und zwar auf den Fernwärmeschacht. Das sei damals nicht mit den Stadtwerken abgestimmt gewesen. Ursprünglich war das 1988 geschaffene Rhaue-Kunstwerk, ein 2,30 Meter langer rautenförmiger Block aus Anröchter Kalksandstein mit eingeritzten Zeichnungen im Rochdale-Park an der Ravensberger Spinnerei platziert. Dort lag es aber der Neugestaltung Anfang der 2000er Jahre im Wege und landete auf dem Bauhof. Erst auf Antrag der CDU beschloss die Bezirksvertretung, "Ohne Titel" im Grünzug Oberntorwall wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das geschah 2006.

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