Braucht Lösungen: Damit die Sekundarschule in Bethel nicht geschlossen werden muss, braucht es konstruktive Ideen zur Förderung. Wie diese aussehen könnten, stellt die Stadt nun vor. - © Wolfgang Rudolf
Braucht Lösungen: Damit die Sekundarschule in Bethel nicht geschlossen werden muss, braucht es konstruktive Ideen zur Förderung. Wie diese aussehen könnten, stellt die Stadt nun vor. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Erhalt der Sekundarschule beabsichtigt

Stadt bietet Bethel Hilfe an

Monika Kophal

Bielefeld. Bethel setzt auf die Hilfe der Stadt: Zehn Millionen Euro werden laut eigenen Angaben benötigt, um die angekündigte Schließung der Sekundarschule zu verhindern. Die Stadt selbst äußert nun erstmals direkte Hilfsangebote. Bei Politikern sorgt die Frage, ob kommunale Mittel Richtung Bethel fließen sollen, für Zündstoff. Für die Sanierung der Sekundarschule benötigt Bethel Geld. Einen zweistelligen Millionenbetrag wolle man selbst investieren, die fehlenden zehn Millionen Euro sollen nun von der Stadt kommen. Das, sagten Bethels Vorstände Ulrich Pohl und Johanna Will-Amstrong im Interview mit dieser Zeitung, sei die einzige Lösung. "Im Moment", sagt Schulamtsleiter Georg Müller, "wird an alles gedacht. Nichts ist unmöglich." Einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von zehn Millionen Euro allerdings hält Müller für unwahrscheinlich. Realistisch sei, dass Bethel sich um ein Bankdarlehen bemüht und sich die Stadt an der Zinstilgung beteiligt. Ganz rausnehmen kann sich die Stadt beim Thema Sekundarschule in Bethel nicht. Denn wird diese geschlossen, muss sie dafür sorgen, dass die Schüler an anderer Stelle untergebracht werden müssen. Damit gehen Kosten einher, die am Ende die Stadt tragen muss. Es müsse nun abgewogen werden, was sich mehr rechne: Bethel zu unterstützen oder das Schulangebot selbst zu gewährleisten. Erster Fall, so Müller, ist für die Stadt meist günstiger. 85 Prozent der Kosten für eine private Ersatzschule übernimmt das Land, wobei einige nicht anerkannt werden, Tilgungskosten beispielsweise. Stellt der Träger das Gebäude, was bei der Sekundarschule der Fall ist, übernimmt das Land weitere 7 Prozent; für eine eigene Einrichtung werden nochmals 2 Prozent draufgeschlagen. Die Stadt übernimmt zusätzlich 2,5 Prozent bei allen privaten Ersatzschulen. Dass noch weitere kommunale Mittel in Bethel investiert werden, ist für Thomas Wandersleb, schulpolitischer Sprecher der SPD, unvorstellbar. "In erster Linie tragen wir die Verantwortung für städtische Schulen." Indessen müsse sich Bethel der Frage stellen, wie es zu solch einer Fehlplanung überhaupt habe kommen können. Ähnlicher Meinung ist Schulausschuss-Vorsitzender Lars Nockemann (SPD). "Es kann nicht sein, dass wir so überraschend informiert werden und dann noch Forderungen an uns gerichtet werden." Er fordert, dass die Sekundarschule ein weiteres Jahr Schüler aufnimmt. Nur so sei Schulentwicklungsplanung möglich. Gerd-Peter Grün (Grüne) findet, dass die Stadt den privaten Trägern genug Geld zur Verfügung stellt. "Wenn das nicht ausreicht, muss man sich überlegen, die Sekundarschule in städtische Trägerschaft umzuwandeln." Die Stadt müsse dafür sorgen, dass in Gadderbaum gemeinsames Lernen möglich sei. Geld in die drei Jahre alte Schule zu investieren - und das vor dem Hintergrund, selbst eine Sekundarschule zu gründen - findet Marcus Kleinkes (CDU) schwierig. "Ich schlage vor, in Gesprächen mit Bethel zu überlegen, wie wir das gute Konzept an der geplanten Sekundarschule am Brodhagen umsetzen können." Denkbar sei zum Beispiel, Lehrer zu übernehmen. Laut Müller ist die geplante Sekundarschule der Stadt kein Ersatz für die in Bethel. Es bestehe Bedarf für zwei Schulen. Das sieht die FDP anderes. Dass die Sekundarschule in Bethel solch hohen Zulauf habe, hänge nicht an der Schulform, sondern am Träger. Deswegen plädiert Maik Schlifter (FDP) dafür, Bethel zu unterstützen. "Die Baukosten für zusätzliche Klassen in städtischen Schulen, sowie die Unterhaltskosten wären viel zu hoch."

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